Die Tanzoper

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Der anhaltende Barockboom fördert immer neue Oper-Kostbarkeiten zu Tage. Hier Vivaldi, da Rameau. Man kommt aus dem archivarischen Staunen kaum noch heraus. Manches freilich lag teilweise auch zu Recht im Regal. Für anderes fehlten Ideen für die Umsetzung. Das brave Bemühen auf historische Tänze spezialisierter Wissenschaftler machte mit ein wenig Hüftwackeln und Kopfnicken diese umständlichen Mehrstünder nicht erträglicher. Doch so wie die alten Musikzöpfe zum Comic Strip wurden, so fanden plötzlich auch die Choreografen an den vermeintlich kaugummiartigen Divertissements Gefallen.

So mancher, wie etwa der Iraner Amir Hosseinpour, wurde so vom Bewegungs-Zuarbeiter für den Regisseur Nigel Lowery zum Partner und schließlich auch zu eigenen Kreationen von renommierten Opernhäusern eingeladen. Andere wie Blanca Li bei «Les Indes Galantes» in Paris waren gern mal Mittäter, fanden hier hippes Kaleidoskop vielfältigster Tanzrhythmen und wirbelten es entsprechend durcheinander. In Zürich zeichnete Heinz Spoerli gleich für diese ganze Rameau-Oper verantwortlich, in London inszenierte und vertanzte der barockaffine Mark Morris Rameaus köstlichen Krötenquatsch «Platée». Und so für ...

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Tanz Jahrbuch 2006
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 151
von Manuel Brug

Vergriffen
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