Die Kampfkunst-Tänzerin
Was Kampfkunst vom Kampfsport unterscheidet, nennt der Chinese chu fa. Heißt: Es ist egal, wer siegt. Lerne dich einfach selbst im Gegner kennen. Das ist, in einer jetzt im Tectum Verlag erschienenen Magisterarbeit, die schönste Aussage der «Kampfkunst-Tänzerin» Karolina Walkowicz. Selbst tanzt sie nur mit halber Kraft, weil eine Hand ständig in den Schriften der Psychoanalytikerin Luce Irigaray blättert und ihr Gegner dieser fiese männliche Blick ist, an dem sie sich lieber nicht erkennen möchte.
Ihr male gaze will immer nur die Frau zum Sieg verführen, als schwertführende Kill-Bill-Ninja. Das sei die Vorderseite jener phantasmatischen Münze, auf deren Rückseite die femmes fragiles des klassischen Balletts abgebildet sind. Weder Ballett noch Kampfkunst, nein, Tai-Chi sei die wahre Kunst, für die Walkowicz den besten Zeugen ausmacht: Hwai-min Lin und sein Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan. Sie bewundert es wegen der scheinbar geschlechtsneutralen Kraft, die Lins Tänzerinnen aus ihrem Qi schöpfen. Die Tanzende hat weder männlich kühne Protzerei nötig, noch ist sie weibliches Objekt. Obwohl Walkowicz erstaunt konstatiert, wie wenig über Lins Kunst publiziert ist – ihr Buch nähert ...
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Alles ist richtig. Jo Fabian macht mal wieder Theater, diesmal in Dresden. Laut ist die eingespielte Musik, ohrenbetäubend laut. Unbeeindruckt hoppelt zur Linken ein weißes...
