Jo Fabian: «Wendelgard. The first level»

dresden

Tanz - Logo

«Achtung: Theater!» steht auf dem Programmzettel, «Achtung: Laute Musik! Achtung: Lebende Tiere! Achtung: Bühnennebel! Nicht gesundheitsgefährdend!» Auch: «Achtung: Schusswaffengebrauch!»
 

Alles ist richtig. Jo Fabian macht mal wieder Theater, diesmal in Dresden. Laut ist die eingespielte Musik, ohrenbetäubend laut.

Unbeeindruckt hoppelt zur Linken ein weißes Kaninchen im Stall – dann und wann dringt von der Rechten so lange Bühnen­nebel in den vergitterten Raum, bis auch die letzte der «Königinnen» (wie Sulamith Bade, Ulrike Sperberg und Annegret Thiemann in den «Anregungen für ein Nachgespräch» genannt werden) zu ersticken scheint.
 

Doch da ist Boris Schwiebert vor. Leichenblass wie der Sänger Bryan Hugh Warner von der Punk-Band Marilyn Manson schlurft er verkrümmt und hinkebeinig über die Bühne des Theaters Junge Generation, tröpfelt zwischendurch Eiswasser auf die drei edlen Damen und holt die Untoten so wiederholt zurück in ein «verbotenes Spiel», dessen Titel sich auf eine schweinsrüsselige Sagengestalt aus dem deutschen Südwesten bezieht. Von der ist zwar an diesem kurzweiligen Abend nichts zu sehen. Dafür kommt Fabian auf seine unverwechselbar selbstironische Art wiederholt ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Juni 2010
Rubrik: kalender, Seite 34
von Hartmut Regitz

Vergriffen
Weitere Beiträge
Rosemary Butcher und Stephanie Thiersch

rosemary butcher

hat im Sommersemester die Valeska-Gert-Gastprofessur für Tanz und Performance am Institut für Theaterwissenschaft der Freien Universität Berlin inne. Butcher, die Choreografen wie Russell Maliphant, Laurie Booth oder Jonathan Burrows beeinflusste, unterrichtet unter dem Titel «Idea of a place. A choreographic research project» Studierende des...

Ohad Naharin: «Hora»

Ohad Naharin liebt knappe Titel. «Hora», das ist ein Volkstanz aus Rumänien, der auch in Israel Fuß gefasst hat. Aber keine Bange, Naharin zeigt keine Kreistänze, er widmet das Stück seiner Mutter Tsophia zu ihrem Achtzigsten und betreibt wild seine ingeniöse Tanztechnik Gaga weiter, indem er einfache Schrittelemente nach Lust und Laune mischt, analysiert und neu...

Jan Broeckx

wird im Oktober von Robert North die Leitung der Ballett-Akademie München übernehmen. Der Belgier tanzte zwischen 1978 und 1986 unter anderem im Königlichen Ballett von Flandern sowie an der Deutschen Oper Berlin und der Bayerischen Staatsoper; seit 1998 ist er Erster Solist des Ballet National de Marseille und kümmert sich dort und auf der ganzen Welt um das Werk...