Die Hoffnungsträger
platzt förmlich vor Energie, wenn er mit dem New York City Ballet auf der Bühne tanzt, egal ob in Balletten von George Balanchine, Peter Martins, Alexei Ratmansky oder Justin Peck. Mit seiner naturgegebenen Spannkraft, seinem biegsamen Torso und einem beachtlichen Gespür fürs richtige Atmen veredelt er die Architektur und Expressivität jeder Choreografie. Weitet sich seine Brust, spürt man, dass hier einer direkt aus dem Herzen heraus tanzt. Pure Freude beschreibt am besten, was sich vermittelt, wenn man Taylor Stanley zuschaut.
Ballett, Jazz und Hip-Hop hat er an der Rock School for Dance Education in Philadelphia studiert. Mit 17 verbrachte er ein Jahr an der School of American Ballet, bevor ihn das NYCB 2009 als Apprentice in die Lehre nahm. Bereits ein Jahr später rückte er ins Corps auf und erwies sich schon dort als derart leidenschaftlicher Partner, dass man ihm bald Hauptrollen wie etwa den Romeo anvertraute. 2013 wurde er zum Solisten gekürt. Seither tanzt er führende Partien, häufig in Kreationen von Justin Peck, dem Resident Choreographer der Kompanie. Der nannte ihn «einen der reinsten Bewegungsinterpreten, der mir je begegnet ist».
Im vergangenen Mai ernannte ihn das ...
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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Die Saison 2015/16, Seite 173
von Wendy Perron
Wer über körperliche Grenzgänge im Tanz nachdenkt, der wird ermitteln müssen, was Grenze in diesem Zusammenhang bedeutet. Er wird Aktionen, Inszenierungen oder Wahrnehmungsmomente suchen, in denen der Körper Abgrenzungen überwindet, von einer Seite der Grenze auf die andere wechselt oder zwischen Wechsel und Nicht-Wechsel changiert. Das bedeutet auch, nach den...
Diese Künstlerin hat den Mut, die Getriebenheit und den Scharfblick, die in Zeiten wie diesen gebraucht werden. Elisabeth Bakambamba Tambwe, geboren 1971 in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa, ist seit 2007 Wienerin. Bis vor fünfzig Jahren hieß Kinshasa nach dem belgischen König Leopold II. noch Léopoldville. Der Herrscher hatte sich seinen «Freistaat Kongo»...
Wie hält man sich, wenn das Geld immer zu knapp ist, aber damit eine große Tänzerschar unterhalten werden soll? Wie behält man ein offenes Herz, wenn man immer wieder mit unterschiedlichen Menschen in extremen Lebenslagen zusammenarbeitet? Wie schafft man es, im Kopf wach zu bleiben, theoretisch interessiert, ohne deswegen gleich ödes Diskurstheater zu machen? Wenn...
