Der Lehrer: Julyen Hamilton
Julyen Hamilton, Sie sind Tänzer, Choreograf und Dichter und haben sich die spontanste Form unter den Künsten zum Beruf gemacht. Mit Ihrer Improvisations-Methode reisen Sie seit 40 Jahren um die Welt.
Tatsächlich ist es so, dass ich gar keine Methode entwickelt habe. Ich habe lediglich meine Interessen praktiziert und verfeinert, als Performer und Performance-Macher. Dadurch habe ich verschiedene Möglichkeiten gefunden, um meine Erkenntnisse und Erfahrungen mit anderen zu teilen.
Eines meiner Grundprinzipien ist es, während des Unterrichtens selbst mental und körperlich im Moment zu bleiben. Ich bestimme den Raum durch meine Präsenz und schaffe dadurch eine Atmosphäre. Das bedeutet, die Studenten werden sowohl von der Umgebung als auch durch meine gesamte Pädagogik unterrichtet.
Verwenden Sie im Unterricht ein bestimmtes mentales Setting?
Ja, und das beruht auf Veränderung. Denn was wir über den Moment wissen, ist, dass er sich verändert. Ziel der Arbeit ist es also, Veränderungen zu beobachten und an diesen teilzuhaben. Ich erwarte, dass man sowohl im Denken als auch im Körper beweglich ist. Ich trainiere mit den Studenten die Bereitschaft für spontane Richtungs-, ...
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Tanz Januar 2016
Rubrik: Praxis, Seite 74
von Christine Matschke
Kinder erfinden ihre eigenen Regeln und Spiele, Rituale und Zeremonien. Sie sind per Definition heidnisch, frei und wild. Daniel Linehan, der sich seit seinem Solo «Not about everything» als einer der profundesten Denker der neuen Generation profilierte, hat es dabei verstanden, sich bei aller choreografisch-soziologischen Recherche auch einen Hauch Naivität zu...
London: until the lions
Wer Vater wird, denkt zurück an die eigene Kindheit, spürt ihrem Wesen und dem Wesentlichen nach. Der Choreograf Akram Khan ist Vater geworden, und so beruft sich seine neue Produktion auf die Mythen, mit denen er aufwuchs, auf das indische Epos «Mahabharata». Und auf den Kathak, jenen Tanz, den er aus seiner bengalischen Heimat nach London...
Jordi Moragues Massanet hat sich davongemacht. Im April vergangenen Jahres vertauschte der Spanier das frohsinnige Köln mit dem derzeit eher trübsinnigen Athen. Wieso? Vielleicht weil er dort ideale Bedingungen für seine Profession findet: Wirtschaft vor dem k.o., Finanzen im freien Fall, Politik im Dauerkrisen-Modus, galoppierende Schwindsucht der Gehälter,...
