Der Lehrer: Ernesto Pantu Tepanu Rapu
Sie haben beim diesjährigen «ImPuls Tanz»-Festival einen Workshop gegeben und dabei polynesische Tänze aus dem «Rapa Nui Repertoire» – vor allem den dionysischen Kriegstanz Hoko und den apollinisch verklärten, auch Handtanz genannten Aparima – unterrichtet. Wie steht es mit der Tanztradition auf Rapa Nui, der Osterinsel?
Als wir in den 1990er-Jahren begannen, nach unserem kulturellen Erbe zu suchen, war die Tradition verschüttet. Wir haben erst seit 1966 gültige Bürgerrechte, bis dahin herrschte immer noch chilenisches Kriegsrecht.
Fast 80 Prozent unserer Sprache waren verloren. Die Politik hatte uns gezwungen, spanisch zu sprechen. Also ging es zunächst darum, unser Selbstbewusstsein zu stärken, solange bis wieder jeder Inselbewohner darauf stolz war, sich – ganz traditionell – eine Feder ins Haar zu stecken. Es gab anfangs nur eine kleine Gruppe aus Musikern, Sängern und Tänzern. Aber nicht nur der Tanz ist wichtig, sondern das Initiieren einer großen kulturellen Bewegung.
Wie gingen die Recherchen vor sich?
Wichtig war ein eigener Tanz-Ort, zu dem die Menschen kommen konnten, um uns zu sehen. Tanz-Aufführungen gab es damals im Kontext von Hotel-Aufführungen. Wir wollten aber zum ...
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Tanz November 2013
Rubrik: praxis, Seite 74
von Andrea Amort
Nach einjähriger Vorbereitungszeit geht Ingrid Lorentzen in die Vollen: Ein Blick zurück soll es sein und zugleich einer nach vorne, und dieser Kraftakt kennzeichnet ihre erste richtige Spielzeit als Direktorin des Nasjonal Balletten in Oslo: Gleich fünf Uraufführungen zu Anfang untermauern den Anspruch, auch international ein Zeichen des Aufbruchs zu setzen,...
Es hört sich an wie ein Pfeifen im Dunkeln. Im matten Schein auf leerer Bühne steht ein Trinkwasserspender. Hände klopfen auf die Gallone, als sei sie eine afrikanische Trommel. Das ängstliche Flöten, das nervöse Schlagen zwingt die Körper in Bewegung. Ein Gellen und spitzes Schreien entfährt den Körpern, sie beginnen einen entschlossenen Wechselgesang, es folgen...
«Halten Sie es für ganz und gar unmöglich, dass ich auf einem weichen, geduldigen Spaziergang Riesen antreffe, Professoren die Ehre habe zu sehen, mit Buchhändlern und Bankbeamten im Vorbeigehen verkehre, mit angehenden jugendlichen Sängerinnen und ehemaligen Schauspielerinnen rede, bei geistreichen Damen zu Mittag speise, durch Wälder streife, gefährliche Briefe...
