all this can happen
«Halten Sie es für ganz und gar unmöglich, dass ich auf einem weichen, geduldigen Spaziergang Riesen antreffe, Professoren die Ehre habe zu sehen, mit Buchhändlern und Bankbeamten im Vorbeigehen verkehre, mit angehenden jugendlichen Sängerinnen und ehemaligen Schauspielerinnen rede, bei geistreichen Damen zu Mittag speise, durch Wälder streife, gefährliche Briefe befördere und mich mit tückischen, ironischen Schneidermeistern wild herumschlage? All das kann vorkommen...
»
«All This Can Happen» nennt sich der 50-Minuten-Film von Siobhan Davies und David Hinton, der ebenso gut auch «Der Spaziergang» heißen könnte – ganz so wie die grandiose Kurzgeschichte von Robert Walser, der die cinematografische Choreografie so etwas wie einen roten Faden verdankt. Ursprünglich gedacht als eine Paraphrase über das Gehen, basierend auf historischem Filmmaterial, lustwandelt der Essay der beiden Briten auf den literarischen Spuren, die der Schweizer Autor 1917 hinterlassen hat.
Und das auf eine ganz besondere, überaus spannende und zugleich erhellende Weise, indem sie sich ausschließlich historischen Film- und Fotomaterials bedienen. Nicht eine einzige Szene ist neu gestellt. Vielmehr montieren ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz November 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Hartmut Regitz
Sie haben beim diesjährigen «ImPuls Tanz»-Festival einen Workshop gegeben und dabei polynesische Tänze aus dem «Rapa Nui Repertoire» – vor allem den dionysischen Kriegstanz Hoko und den apollinisch verklärten, auch Handtanz genannten Aparima – unterrichtet. Wie steht es mit der Tanztradition auf Rapa Nui, der Osterinsel?
Als wir in den 1990er-Jahren begannen, nach...
im dezember: verstehen_________
Das Zeichen kennt nicht jeder. In der Sprache der Gehörlosen stehen die beiden über dem Handteller kreisenden Finger für das Wort «Tanzen». Dass die Gebärdensprache auch Choreografen fasziniert, mag sein. Aber was, wenn Gehörlose selber tanzen wollen? Und was, wenn Blinde selbst ein Ballett sehen möchten? Wie ist der Umgang mit...
Ein Mann liest seelenruhig ein Buch, während vor ihm eine Frau fast ertrinkt. Doch ist das überhaupt eine Frau? Die langen, knallroten Haare weisen sie eher als Fantasiewesen aus, vielleicht eine Nixe, deren Fuchteln und Wirbeln möglicherweise nicht dem Schrecken vor dem Wasser entspringt, sondern dem Aufbegehren gegen das Landen. Wie soll sie jetzt atmen? Gehen?...
