Den Himmel fühlen
Friederike Rademann, Sie betreuen im Rahmen der Internationalen Bachakademie Stuttgart das Projekt «BachBewegt! Tanz!», das Schüler und Schülerinnen tanzend mit Alter Musik konfrontiert, und zwar in Kooperation mit der Gaechinger Cantorey. Sie selbst stammen aus Dresden, sind bei Gret Palucca in die Schule gegangen, waren noch zu DDR-Zeiten sowohl an der Semperoper wie in der freien Szene tätig. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?
Sie hat ein Vorspiel. 2005 erreichte mich über mehrere Umwege eine Anfrage aus Minden in Westfalen.
Das Ratsgymnasium feierte ein Jubiläum, und da wollte man die Schüler und Schülerinnen auch auf tanzende Weise vorstellen. Also fragte man mich, ob ich nicht mit ihnen eine Woche lang etwas erarbeiten könnte. Als Kulturgymnasium ist die Schule nicht zuletzt dank der jetzigen Leiterin gut aufgestellt, es gibt einen Raum ohne Tische und Stühle, aber mit einem schönen Fußboden, samt Spiegel und allem Drum und Dran. Also habe ich zugesagt. Die Arbeit hat mir richtig Spaß gemacht.
Was kann man denn in einer Woche erreichen?
Wir haben ein kleines Stück erarbeitet. Im Grunde habe ich in Minden nichts anderes getan als das, was ich bei Palucca und später bei ...
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Tanz Januar 2020
Rubrik: Praxis, Seite 61
von Hartmut Regitz
«Ich wünschte mir Tänzer, die sehr gut klassisch ausgebildet sind und die einen ganz offenen, wachen Geist haben, die mutig sind, Neues zu probieren, die sich Experimenten öffnen und keiner Konvention verhaftet sind.» So umschrieb Hermann Rudolph einst im Gespräch mit Marion Kant, was er als wesentliche Inspirationsquelle seiner Arbeit betrachtete. In Chemnitz...
Das Pressefoto macht stutzig: Ex-Ballettdirektorin Birgit Keil, die das Badische Staatstheater in Karlsruhe nach 16 Spielzeiten verlassen musste, lächelt mit ihrer Nachfolgerin Bridget Breiner in die Kamera. Selten hat sich ein – von der Politik erzwungener – Leitungswechsel so harmonisch präsentiert. Umarmend dann auch der Auftakt, den Breiner mit einer Gala...
Er ist einer, der immer schon ganz woanders ist als man ihn vermutet. In seiner Ära als Direktor des Ballett am Rhein war Martin Schläpfer verblüffend bescheiden, als ihn eine -gewaltige Welle des Erfolgs hochspülte. Er war wütend, als doch alles rund lief. Nachsichtig, als man ihn verletzt wähnte. So aufmerksam und sensibel als Mensch, so stur und unberechenbar...
