Das Gestern erahnen
Ende letzter Spielzeit haben Sie in Stuttgart für Gauthier Dance ein abendfüllendes Nijinsky-Ballett erarbeitet. Und auch in der neuen Spielzeit beschäftigen Sie sich nicht eben zufällig wieder mit Ballettgeschichte: Sie choreografieren Strawinskys «Petruschka» für das Ballett Zürich. Wie kommt es zu dieser Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? Wurde das von außen an Sie herangetragen? Oder geschieht es auf eigenen Wunsch? Der «Nijinski» stand schon immer auf meiner Agenda.
Aber «Le Spectre de la rose», eine meiner ersten Auseinandersetzungen mit dem Repertoire der Ballets russes, war tatsächlich ein Auftrag. Jean-Christophe Maillot hat mich um eine Neufassung für die Ballets de Monte Carlo gebeten. Ich muss gestehen, mich während meiner Tänzerausbildung nicht besonders intensiv um Ballettgeschichte bemüht zu haben. Deshalb bin ich für Angebote in dieser Richtung dankbar.
Wieso? Es drängt mich nicht unbedingt danach, mich mit Vergangenheit zu beschäftigen. Aber wenn mir jemand so etwas anbietet, muss ich nicht hundertprozentig aus mir schöpfen. Es gibt eine Idee, eine Geschichte oder einfach Eckdaten, an denen ich mich abarbeiten kann.
Einen Kristallisationskern? Genau. Für ...
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Tanz Oktober 2016
Rubrik: Traditionen, Seite 54
von Hartmut Regitz
In den Augen Schalk, unterzeichnet von großen schwarzen Dreiecken, nach unten zeigend, dorthin wo die Melancholie sitzt. Darüber die Brauen so dunkel und dick, als müssten sie festhalten, was nach unten zieht. Und ein Mund, freundlich, riesig, aber stumm. Wir sind mit diesem Gesicht aufgewachsen. Dimitri war für uns der Clown schlechthin – und zugleich die...
2015 widmete das Festival «Tanz im August» der britischen Choreografin Rosemary Butcher eine Retrospektive: «Memory in the Present Tense». Am 14. Juli ist Butcher nun, im Alter von 69 Jahren, in London gestorben. Der Katalog zur Retrospektive ist erst danach erschienen. Butcher war eine der innovativsten Choreografinnen Europas. Anfang der 1970er-Jahre kam sie in...
deutschland
On tour
Die Compagnia Aterballetto aus Reggio Emilia tanzt Choreografien von Giuseppe Spota, Andonis Foniadakis, Michele di Stefano und Philippe Kratz (siehe S. 36): Ludwigsburg, Forum am Schlosspark, 20. Okt.; Aschaffenburg, Stadthalle am Schloss, 23. Okt.; Neuss, Stadthalle, 26. Okt.; Ludwigshafen, «Festspiele», 29. Okt.; aterballetto.it
Aachen
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