Das chinesische Kollektiv Zuhe Niao zur Sommerszene
Armes China. Wo nicht so getanzt wird, wie es die Menschen selbst bewegt, ist die Welt im Argen. In China gibt es darum nur eine Hand voll Tanzgruppen, die über die Verhältnisse tanzen. Dazu gehört dieses Jungkollektiv von Künstlern aus Shanghai, Zuhe Niao, das mit Tanz etwas ausdrückt, was nahe liegend nur mit Tanz ausgedrückt werden kann: das Schweigen müssen.
Tongue’s Memory of Home ihres kontoführenden Autors und Regisseurs Zhang Xian schreibt folgendes Dissidentengedicht an die Wand: «Those souls who permit me to speak / Do not let the tongue recover memory / The word dances wildely on the other shore». Was bringt die innere Zensur des Menschen kürzer auf den Punkt? Selten war auch der Tanz – kein besonders gut getanzter – von mehr Notwendigkeit gezeichnet: ein Picknicker, der mit der Botanisiertrommel nach Gedanken fischt, und vier den Albtraum tanzende Subjekte, die nachtwandelnd ihre Schrecken der erkennungsdienstlichen Behandlung erleben. Die dabei geraubte Seele verlieren sie an die Gewohnheit, nur noch Quadrillen zu tanzen. Die Kulturrevolution steckt diesem Totentanz in den Knochen, und die Aufforderung, nach der Revolution noch triumphaler, noch kollektiver die ...
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