CD des Monats

«Danse macabre»

Tanz - Logo

Schwer vorzustellen, dass eine Mary Wigman einst ihrem ersten «Totentanz» ausgerechnet Orchestermusik von Camille Saint-Saëns unterlegt hat. Irgendwie passt das nicht zusammen, wiewohl der französische Komponist seine «Danse macabre» so suggestiv in Töne gesetzt hat, dass dabei nicht nur die Knochen klappern. Im Grunde ist sein Opus 40 ein klassisches Violinkonzert, selbst wenn es nicht mal ansatzweise eine ganze Geisterstunde dauert.

Andrew Wan ist der Solist dieser Einspielung, und er holt aus seiner Fiedel so fahle Klänge heraus, als wär’ er Gevatter Tod persönlich. Kent Nagano dirigiert das Orchestre symphonique de Montréal, und der Generalmusikdirektor der Hamburgischen Staatsoper achtet darauf, dass auch bei diesem Totentanz der Hahnenschrei der Oboe zum richtigen Zeitpunkt erfolgt.

Ganz ähnlich bei «L’apprenti sorcier» von Paul Dukas. Auch hier lässt Nagano das Scherzo enden, bevor es den «Zauberlehrling» ins Uferlose mitreißt: ein magisches Stück Musik, das sich ebenso gut in einen makabren Musik-Kontext reiht. Von der «Mittagshexe» Antonin Dvoráks über «Eine Nacht auf dem kahlen Berge» von Modest Mussorgsky, die selten gehörte «Tamara» von Mili Balakirew und «Hallowe’en» ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

tanz_02_2017

Tanz Februar 2017
Rubrik: Medien Februar 2017, Seite 61
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
Mohammad Abbasi

Mohammad Abbasi, Sie haben 2010 das Invisible Center of Contemporary Dance ins Leben gerufen. Wie kann man unsichtbar bleiben, wenn man vor Publikum auftritt? Wir veröffentlichen nichts online. Im Iran kann man tun, was man möchte, solange man für die Medien unsichtbar bleibt. Die iranischen Botschaften werten vor allem Medien aus, die eine große Reichweite haben,...

Biographie

Wer ein Buch mit dem Titel «Rudolf Nurejew. Die Biographie» versieht, erweckt den Anschein, Werden und Wirken des Startänzers mehr oder weniger umfassend geklärt zu haben. Sonst stünde da schließlich eine bescheidenere Formulierung, etwa «Eine Biografie». In Nurejews Fall liegen bereits etliche als «Die Biographie» annoncierte Lebenspanoramen vor, nun packt Jan...

Kortrijk: On tour

Kate McIntosh macht glücklich. Sie gibt dem Publikum, wonach es sich sehnt: Gemeinschaftserlebnisse, die die Sinne, den Humor und die Intelligenz ansprechen. Im Stiften von Komplizenschaft ist sie Meisterin. So gerät ihre neue Performance «In many hands» zum ästhetisch durchkomponierten Selbsterfahrungstrip zwischen Waldorfschule und Laien-Labor. 

Unser...