Mohammad Abbasi
Mohammad Abbasi, Sie haben 2010 das Invisible Center of Contemporary Dance ins Leben gerufen. Wie kann man unsichtbar bleiben, wenn man vor Publikum auftritt? Wir veröffentlichen nichts online. Im Iran kann man tun, was man möchte, solange man für die Medien unsichtbar bleibt. Die iranischen Botschaften werten vor allem Medien aus, die eine große Reichweite haben, wie die BBC oder die Deutsche Welle.
Ihre Arbeit machen Sie im Untergrund, das «Untimely Festival» ist ohne Finanzierung und ohne Ort, eingeladen wird am Tag vor der Eröffnung per Telefon. Alles, um keine Spuren zu hinterlassen? Für mich hat das Wort Untergrund nichts mit dem Gesetz oder der Zensur zu tun, sondern mit ästhetischen Fragen, mit Politik, Geschäft und Ideologie – der Vermeidung des Mainstream. Mainstream oder Untergrund: Es gibt nichts dazwischen. Die Theaterszene in Teheran ist sehr uniform. Vor einigen Jahren wurden die Theater privatisiert. Nun besetzen sie berühmte Filmschauspieler, um Tickets zu verkaufen. Zugleich brauchen sie für die Aufführung nach wie vor eine Erlaubnis, denn die Regierung hat zwar die Förderung eingestellt, aber nicht die Überwachung. Die Theater müssen dem Kulturministerium den ...
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Tanz Februar 2017
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Elena Philipp
Längst ist es aus mit der Illusion von Ballett-Fluffigkeit für Noé Soulier. Das Stück hat noch gar nicht richtig angefangen, da ist dieser «fait», dieser Fakt schon mal klar. Die Tänzer seines neuen Stücks «Faits et Gestes» kommen bei der Uraufführung im PACT Zollverein Essen mit einem extra langen Auftritts-Marsch von hinten durch den Zuschauerraum auf die Bühne....
Wenn das Theater ein Seismograf der Gesellschaft ist, sieht es im Osten Thüringens ziemlich düster aus. Vier Schauspieler verlassen dort Ende der Saison die Doppelbühne Gera-Altenburg, weil sie das mehr oder minder rassistische Klima in der Region nicht mehr aushalten. Die rechtsradikalen Umtriebe gerieten schon im Frühherbst in die Schlagzeilen, als...
... Wenn ich meine Augen schließe und diesen Namen ausspreche, erscheint vor mir ein Mensch, so bunt wie ein Regenbogen. Ich kannte ihn seit 1973, aber wirklich kennengelernt habe ich ihn erst durch die Gründung des NDT III. Und ich liege sicherlich nicht allzu falsch, wenn ich behaupte, dass dieses Ereignis eine Wiedergeburt für Gérard bedeutete. Das war 1991,...
