Carolyn Carlson: «If to Leave is to Remember»
Carolyn Carlson: Entschuldigen Sie die Verspätung, ich war gerade so richtig mitgerissen von meinem Improvisationskurs. Das Thema war «blind sein». Was da zwischen den Tänzern abging, war unglaublich spannend.
Ich wollte Sie genau danach fragen, denn Sie haben oft zu Jazz mit Joachim Kühn improvisiert. Was bedeutet Ihnen Improvisation heute? Sie ist noch immer die Grundlage meiner Technik. Ich suche gern gemeinsam nach Ideen mit den Leuten, mit denen ich zusammenarbeite. Ich organisiere Events und tanze.
Das hängt mit der Zen-Philosophie zusammen, die auf absoluter Erfahrung des Augenblicks beruht. Und darum geht es im Tanz. Bereit sein für jeden neuen Augenblick, damit sich unvorhergesehene Möglichkeiten auftun. Jeder darf sein Glück versuchen. Aber mit der Zeit löse ich mich von dieser Idee, denn die Leute haben dieses Klischee im Kopf, wo ein Guru unter einem Baum sitzt und Wolken anstarrt.
Wie lief die Arbeit für «If to Leave is to Remember», Ihr neues Stück mit dem balletttheater münchen? Die Grundidee ist die Trennung von der Mutter, dem Zuhause, dem Leben. Wir alle trennen uns von etwas, das ist ein normaler Vorgang. Der Titel stammt aus einem Gedicht, das ich schrieb, als ...
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Jirí Kylián, you have been working on your film, “Car Men,” for quite some time? Well yes, it’s a funny story really; it actually started by simply playing with the name Carmen, dividing it into two words, car and men. So through the division I came to the idea of cars and men. I discovered through Czech television that the earliest recording of Bizet’s “Carmen”...
Philipp Gehmacher ist unter den Choreografen der Fragwürdigste. Keiner befragt Tanz grundsätzlicher. 2004/05 entwickelte der Österreicher Incubator, zugleich auch Titel dieses Buches, zuerst als Performance für vier Tänzer aus puren Gesten. Ihr Ziel: das Zeichen aus dem Tanz zu vertreiben. Zusammen mit Angela Glechner und Peter Stamer gibt es jetzt 107 Seiten...
Sasha Waltz hat ein Ziel: 60 Vorstellungen im Jahr in Berlin. Warum? Die Schaubühne, die ihr dortiges Repertoire (u. a. «Körper») aufrecht erhält, die Staatsoper (nach «Dido & Aeneas» plant sie hier «Medea») und das Radialsystem, der Kunstort ihres Mannes, den sie mit «Dialoge 06 – Radiale Systeme» effektvoll eröffnete, bilden plus ihrer Kinder- und Jugendarbeit...
