braunschweig

roy assaf «girls & boys»

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Wenn einer aus der Talentschmiede von Emanuel Gat kommt und schon ein paar Choreografie-Preise eingeheimst hat, ist die Hoffnung berechtigt, dass er auf der Bühne ordentlich was zu sagen hat. Roy Assaf, Jahrgang 1982, möchte so manches artikulieren, kann sich jedoch bewegungssprachlich nicht so recht entscheiden. Deshalb klebt er im Kleinen Haus des Braunschweiger Staatstheaters mal mehr, mal weniger beredte Stilschleifen verschiedenster Provenienz aneinander.

Das macht seine Exkursion auf den (weidlich erschlossenen) «Girls & Boys»-Kontinent zwar unterhaltsam.

Doch ab und an feiert eine Art Körperverschmöckung allzu fröhliche Urständ – und gebiert prompt den reinsten Schmock. So wenn sich das Mädels-Oktett zu Mahler oder Mambo räkelt: Dann schlägt aus dem Hinterkopf die Erinnerung zu – an eine Damenrasur-Werbung aus dem Haus Gillette, die zur «I‘m your Venus»-Hymne von Shocking Blue cellulitisfreie Schenkel an den Sandstrand reihte.

Kein Sand weit und breit, aber dafür darf der Zuschauer die Dünung des weiblichen Körpers ausgiebig begutachten, alldieweil die Tänzerinnen Badeanzüge tragen, Marke Muttimodell aus den Sechzigerjahren. Zur Erklärung (besser: Exkulpation) wird ein ...

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Tanz Februar 2015
Rubrik: kalender, Seite 36
von Dorion Weickmann

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