boris charmatz
Boris Charmatz, vor ein paar Jahren waren Sie mal Teilzeit-Berliner, weil Gastprofessor am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz. Wieso sind Sie gegangen?
Mit Berlin verbindet mich eine viel längere Geschichte. Ich war als Kind mit meinen Eltern jeden Sommer hier auf Museumstour. Schon damals fand ich Berlin ein großartiges Pflaster, und dem Ruf ans HZT bin ich gerne gefolgt. Aber auf lange Sicht waren mir die universitären Strukturen zu eng.
Trotzdem kam mir die Erfahrung sehr zugute, als ich danach in Rennes das Centre Chorégraphique National übernommen und zum «Musée de la Danse» weiterentwickelt habe.
Wobei Ihr Museumsbegriff nichts mit historischer Sammelwut zu tun hat.
Nein, weil Künstler zu sein für mich immer heißt, eine Situation im Hier und Heute zu verändern. In dem Sinn ist das «Musée de la Danse» ein Experimentierfeld.
Derzeit stehen Sie zusammen mit Anne Teresa De Keersmaeker auf der Bühne, in einer Choreografie zu Johann Sebastian Bachs «Partita Nr. 2» für Violine. Wer von Ihnen hat welchen Anteil daran?
Ganz eindeutig: Sie hat choreografiert, sie tanzt – und ich tanze für sie und mit ihr.
Ist der Rollenwechsel nicht schwierig? Normalerweise sind Sie ja selbst als ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: menschen, Seite 22
von Dorion Weickmann, Esther Boldt
film_________
«doctor fabre will cure you!»
In der Apotheke des Doktor Fabre treffen wir auf Kröten, Katzen und weiße Kaninchen. Fische schwimmen in seiner Badewanne. Die steht auf einer Wiese am Schelde-Ufer. Mal knutscht der Künstler Jan Fabre eine Löwenstatue, mal hüpft der Choreograf Jan Fabre als menschengroßer Maikäfer von Baum zu Baum. Mal trägt er einen...
Helden sehen anders aus. Zum Schluss haben denn auch die beiden Titanen das Nachsehen, die sich zwei Akte lang gleichsam in den Haaren liegen. Allein Athena Parthenos triumphiert, während sich ein blau-weiß aufschimmerndes Kabelknäuel wie ein futuristisches Sonnengeflecht auf die Bühne senkt.
Das tut es auch am Anfang, kaum dass das Allegro aus dem «Concerto Grosso...
Es gab sie schon in der Weimarer Republik – die Tänzerkongresse, auf denen Rudolf von Laban seine bahnbrechende Tanznotation vorstellte, auf denen Tänzer für bessere Bezahlung stritten und ihre soziale Lage sowie die Anerkennung ihres Berufs mit den Kollegen diskutierten. 1927, 1928, 1930, dann zwei Nachkriegs-Treffen – danach riss der Faden ab. Seit 2006 gibt es...
