berlin: dries verhoeven...
...liebt das Publikum. Deshalb setzt er es nicht auf harte Stühle, er legt es in «You are here» ins Bett, fein säuberlich getrennt von den Nachbarn, die hinter einer Sperrholzwand ihr eigenes Refugium haben. Im Berliner Gasometer senkt sich eine gewaltige Spiegeldecke über das Publikum. Man ist allein mit sich, seinem Blick und den Botschaften der Performer, die schriftlich Fragen unter der Tür durchschieben oder einem mit Delikatessen die Ruhe rauben. Bis sich der Spiegel hebt und Einblick in die gigantische Choreografie der Bettlägerigen beschert.
Da merkt man erst, wie sehr man ein isoliertes Teilchen des Ganzen ist, und starrt fasziniert in ein gigantisches Gedankenspielkabinett. Der niederländische Szenograf wird dafür gefeiert: als einer der subtilsten Choreografen des Blicks, vom 16. bis 26. Mai.
hebbel-am-ufer.de
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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender highlights, Seite 34
von
Das ist nun bestes Tänzerfutter! Die Produktion, die Alexei Ratmansky letztes Jahr fürs Niederländische Nationalballett erstellt hat, gibt einer klassischen Kompanie alles, um zu brillieren: klare Kombinationen, effektvolle Variationen, zügige Dramaturgie. Das Ganze ist in einem heiteren Spanien angesiedelt dank Jérôme Kaplans luftiger, farbenfroher Ausstattung....
Sie ist nicht neu. Newcomerin ist sie aber doch: als alleinige Performerin in ihrem eigenen Stück, das nur sie entwickelt hat, das zugleich eine Installation ist, worin sie «verschwinden» wird. In der «Scheinwerferin», die sie bei den «Tanztagen Berlin» herausbrachte, sitzen die Zuschauer in einem mit hellen Tüchern verhängten Raum, nicht weit entfernt von einem...
Sein Vater war Beleuchtungsmeister und brachte den jungen John ab und zu auf die Hinterbühne von Dublins Abbey Theatre. Ob der Junge nun hinter den Kulissen saß oder vorn im Zuschauerraum: «Für mich gab es keine Trennung zwischen Publikum und Bühne. Was auf der Bühne geschah, hatte für mich auch nichts Magisches. Es war eher, als säße man genau hinter der Tür,...
