Basel: Richard Wherlock «The Comedy of Error(z)»
Ein neues Kapitel der Shakespeare-Rezeption schlägt Richard Wherlock mit seinem Ballett nach der «Komödie der Irrungen» auf. Die Handlung dreht sich um zwei Zwillingspaare, die bei einem Schiffbruch getrennt werden und zwanzig Jahre später in derselben Stadt wieder auftauchen. Herr und Diener haben je einen Doppelgänger. Der zugereiste Antipholus (Max Zachrisson) wundert sich, warum ihn offenbar jeder kennt und von ihm eheliche Pflichten eingefordert werden, obwohl er nicht verheiratet ist.
Sein in Ephesus ansässiger Zwillingsbruder (Jorge García Pérez) ist ein unglücklich verheirateter Mann, der die meiste Zeit bei seiner Geliebten verbringt. Das Verwirrspiel wird auf die Spitze getrieben, wenn die Doppelgänger im Laufschritt auf- und abtreten und keiner mehr weiß, wie viele von ihnen es wirklich gibt.
Wherlock versucht den Spagat zwischen modernem Ballett und großformatigem Tanz-Musical. Er schrammt mitunter scharf am Kitsch vorbei, die Gesamtwirkung aber ist grandios. Die Musik, meist ein süffiger Cocktail, stammt vom britischen Filmmusik-Duo Antony Genn und Martin Slattery. Den stärksten Eindruck hinterlassen die perkussiven Passagen, in denen die Tänzerinnen und Tänzer mit ...
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Tanz Juni 2019
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Martina Wohlthat
Damien Jalet, Sie haben unlängst das Film-Remake von «Suspiria» choreografiert (tanz 11/18) und unterrichten jetzt «Skid Technique» – worunter man eigentlich das Lenken und Bremsen eines Autos auf Eis oder bei Aquaplaning versteht.
Auch den Transport gefällter Bäume vom Berg ins Tal nennt man so. Wir, der Tänzer Aimilios Arapoglu und ich, trainieren auf einer um 34...
Historisch informierte Inszenierungen von Ballettklassikern erfreuen sich seit einigen Jahren großer Beliebtheit. Mithilfe historischer Dokumente und Archivmaterialien wird dabei der Versuch einer größtmöglichen Annäherung an das Original unternommen. Entsprechend profilierte Aufführungen von «Le Corsaire», «Paquita» oder «La Bayadère» – um nur einige Beispiele zu...
Ben J. Riepe erhält die «Tabori Auszeichnung 2019». Seine Düsseldorfer Kompanie wird geehrt «für ihre choreografischen Umstürze und Aufbrüche auf Bühnen, in Museen und Straßen, durch die sie sich eine herausragende Position im Tanz erarbeitet hat.» Das stimmt, und Riepe wird am 9. Juni mit seinem jüngsten Stück «Medo/Angst» beim Kölner «Sommerblut Festival» erneut...
