barocke lust
Mehr Garnelen im Salat, bitte! Dann brächen vielleicht wieder barocke Zeiten,
der Verschwendung und des Genusses an. Dem Barock hat der Tanz viel zu verdanken – damals wurde der Tanz zum Berufsfeld mit akademischem Ansehen. Begibt er sich heute erneut auf die Spur barocker Sinnen- und Verschwendungslust? Oder hätten wir das nur gern, angesichts einer Staatsverschuldung, die in jeder Sekunde um 2500 Euro wächst? Es gibt Halt, sich in Krisenzeiten an historische Etiketten zu klammern, den Historismus hochleben zu lassen und im Stil vergangener Zeiten zu repräsentieren.
Stichwort: Re-Enactment. Aber die Regulierungswut der Schrittkodifizierer von gestern hat den Tanz auch einiges gekostet. Auf der Strecke blieben das Spektakel und die Freiheit (S. 58).
Mehr Emotion, bitte! Fordert die Schauspielerin Corinna Harfouch von ihren Choreografenkollegen ebenso wie vom Publikum. Wer nur intellektuelle Selbstreferenzialität betreibt, dem droht sie an, selbst auf die Bühne zu gehen und mitzumachen. Dabei hat Corinna Harfouch gerade ihr erstes eigenes Stück Tanztheater vorgelegt, ein Spiel mit Raum, Bewegung, Text und Musik nach Marguerite Duras’ Roman «Der Schmerz». Was sie sonst noch zum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Nicht ein Tanzhaus wurde im Mai in Köln eröffnet, sondern ein «Tanzhaus interim» – was, so ist zu hoffen, ein großer Unterschied ist. Das Tanzhaus Köln ist ein ewig erträumter Sehnsuchtsort für die Kölner Szene, die seit Jahrzehnten mit dem Tanzteppich unterm Arm durch die Stadt zieht und Bürgerhäuser um Einlass bittet. Das «Tanzhaus interim» dagegen ist ein...
Xavier Lot, Sie arbeiten seit vielen Jahren in Afrika, wie sehen Sie den Kontinent?
Die Kreativität in Afrika ist so beeindruckend wie der Kontrast zwischen dem Reichtum der Natur und der Armut der Bevölkerung. Als Kamerun 1957 seine Unabhängigkeit erklärte, sagte Charles de Gaulle: Kein Problem, aber wir behalten die Bodenschätze. Das gilt bis heute. Etwa siebzig...
paris: baryshnikov und laguna
Paris empfängt choreografischen Staatsbesuch zum Festival «Les Étés de la Danse». Dazu übt zum ersten Mal Kurator Valéry Colin den Schulterschluss mit dem Théâtre de la Ville, um vom 15. bis 20. Juni die Weltstars Ana Laguna und Mikhail Baryshnikov zu empfangen. Das Festival, bei dem in den letzten fünf Jahren große US-Kompanien...
