Aschaffenburg: «Don Q.»
Mauro Bigonzettis im Herbst 2012 verkündeter Entschluss, die Künstlerische Leitung beim Aterballetto (ATB) aus den Händen zu geben, hat sich für alle Beteiligten als produktiver Schritt erwiesen: Bigonzetti wird frische kreative Kräfte schöpfen, und das ATB muss neue Herausforderungen suchen und sich um künstlerische Topqualität bemühen, will es seinen Status als führende unabhängige Kompanie Italiens behalten.
Genau das hat sich die Künstlerische Leiterin vorgenommen: Cristina Bozzolini, die italienische Choreografen seit 30 Jahren unermüdlich unterstützt, inspiriert und viele von ihnen bei ihrem früheren Balletto di Toscana überhaupt erst entdeckt hat – Bigonzetti eingeschlossen. Bozzolini bietet selbst den radikalsten Vertretern der Zunft Entfaltungsmöglichkeiten, wie die Premiere von Eugenio Sciglianos «Don Q.» im Bozener Stadttheater beweist.
Einst Tänzer beim Balletto di Toscana und am English National Ballet, entwickelt Scigliano als Choreograf nun eine Handschrift, die dramatische Einsprengsel in den dynamischen Bewegungsfluss einbettet, um Stimmungen und Gefühle heraufzubeschwören. Dass Tanz über seine formalen Strukturen hinaus immer auch emotional berühren will, hat ...
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Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 30
von Silvia Poletti
Sind Juniorkompanien tatsächlich Win-win-Veranstaltungen für alle Beteiligten? Oder nützen die immer beliebter werdenden Neugründungen doch nur dem Ballettdirektor als Schwanen-Reservoir, wenn sein Corps de ballet zu klein ist? Dem Chefchoreografen, weil er hier seine Jugendwerke recyceln kann? Oder weil er dem dringend benötigten Choreografen-Nachwuchs ein...
Grelles Licht und dunkle Schatten fallen auf sein Gesicht. Kaspar blinzelt, streckt abwehrend die Arme aus, während er sich schleppend vorwärtstastet. Schon scharen sich Neugierige um ihn, schwirren aufgeregt umeinander, kreisen den Fremdling ein, packen ihn, heben ihn hoch. Drei Männer als Vorhut des Mobs. Ihr beschwingtes Trio gibt sogleich Dynamik und Tempo vor...
Wie sind Sie überhaupt zum Zeichnen gekommen. War das wichtig für Sie?
Sehr. Schon als Kind. Lange vor dem Tanzen war das Zeichnen mein nächstliegendes Ausdrucksmittel. Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich als Kind, als Jugendlicher nachts angefangen habe zu zeichnen und darüber die Zeit völlig vergessen habe – so, dass ich es am nächsten Morgen gar nicht...
