Arila Siegert: «Les paladins»
Der junge Pilger Atis will seine Geliebte Argie aus der Obhut ihres liebestollen Vormunds befreien, denn der alte Richter Anselme hält das Mädchen gefangen und will es heiraten. Seine Absichten vereiteln Atis’ Mitpilger und die Fee Manto, der es gelingt, ihn en travesti zu verführen. Mit derlei Geschichten vergnügte man sich vor 250 Jahren in Versailles. So lange ist es her, dass Jean-Philippe Rameau, Hofkomponist Ludwigs XV., die Ballettoper «Les paladins» schrieb.
Und weil der absolutistische Herrscher die Werke Rameaus als Privatbesitz betrachtete, schafften sie es selten über die französischen Bühnen hinaus. Was der Opernwelt bislang entgangen ist, lässt sich erahnen, wenn man an der Deutschen Oper am Rhein die von Arila Siegert inszenierte deutsche Erstaufführung sieht.
Die Dresdner Tänzerin, Choreografin und Opernregisseurin liest aus dem höfischen Verwandlungsspiel auch eine Botschaft: Das Glück ist mit dem, der unerschrocken seinen eigenen Weg geht. Das gilt natürlich auch für die Palucca-Schülerin, Einzelkämpferin und Vertreterin des expressionistischen Tanzes, die in der Heimat einen schweren Stand hat.
Mit der Oper endlich geht Arila Siegert ganz in ihrer Kunst ...
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