Anne Juren
Der «zeitgenössische» Tanz entwickelt sich in unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf zahlreichen verschiedenen Ebenen, die einander beeinflussen und überschneiden. Nur die öffentliche Wahrnehmung von Tanz treibt manche Entwicklungen stärker voran als andere. Es geht dabei – wie schon vor 20 Jahren – um das bekannte Wechselspiel zwischen Produktion, Präsentation und Perzeption. Der Markt hat sowohl Bedarf an etablierten als auch nach neuen Positionen in der Kunst.
Für junge Tanzschaffende ist es heute sicher leichter, international wahrgenommen zu werden als noch vor einem Jahrzehnt. Ein gutes Zeichen. Die aus Grenoble stammende und in Wien lebende Tänzerin und Choreografin Anne Juren allerdings hätte wohl auch in weniger aufgeschlossenen Zeiten früh Aufmerksamkeit erregt. Zur Zeit gehört die 27-Jährige zu jenen jungen Künstlerinnen in Europa, die eine theorienahe Denkweise mit den Möglichkeiten des Tanzens verbinden, sich mit Energie und Repräsentation, Technik und Geschichte, Narration und Perzeption noch einmal – und wieder ein wenig anders als die Protagonisten der 1990er Jahre – auseinander setzen. Juren folgt einem Weg, der nicht mit Dogmen gepflastert ist, sehr wohl aber in ...
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