amsterdam: Johan Inger: «B.R.I.S.A.»

Tanz - Logo

Frischer Wind kann nicht schaden, und davon gibt es im «Programma B» des Nederlands Dans Theater 2 am Ende mehr als genug. «B.R.I.S.A.» nennt Johan Inger seine neueste Choreografie, und wenn der Titel letztlich für Begriffe wie «Behold», «Raw», «Impossibility», «Sings» und «Ahead» stehen mag, weckt er zugleich auch die Vorstellung einer steifen Brise, der sich die Tänzer stellen sollen. Das ehemalige Ensemblemitglied plädiert jedenfalls für einen Umschwung und ermutigt nicht nur die beteiligten Tänzer, das Wagnis eines Wechsels einzugehen. Ein kleiner Schritt genügt.

Wie uns die Erfahrung lehrt, haben selbst die größten Veränderungen bisweilen auf eher beiläufige Weise begonnen.

Ein grauer Flokati bedeckt die Bühne im Theater aan het Spui, und die tippelnden Tänzer hinterlassen darauf ihre geschlurften Spuren. Dass sich darunter jemand verbergen könnte, ist ihnen anfangs nicht bewusst. Entdeckt, erweist sich Imre van Opstal als ein Ferment, das die Szene zum Gären bringt. Immer wieder schert einer aus dem Ensemble aus, riskiert den Alleingang. Und dennoch scheint es lange Zeit, als ob der Ausbruch das Stück keinen einzigen Schritt weiterbrächte; der Gruppe kann man offenbar kaum ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz

Weitere Beiträge
an der tarif-front

pro: retter in der not_______

von Sabrina Sadowska______

Im Gegensatz zu Deutschland, wo Flächentarife die Regel sind, wurde in den letzten 30 Jahren in Ländern wie Großbritannien, den USA und Japan zunehmend auf Unternehmensverträge umgestellt. Dabei handelt es sich um sogenannte Haustarifverträge, die zwischen den jeweiligen Unternehmen und den...

genf: Ken Ossola: «Mémoire de l’ombre»

«Wie tanzt man Gustav Mahler, Herr Neumeier?», fragte «Die Welt» anlässlich des 100. Todestags des Komponisten 2011. Der Hamburger Choreograf, der sich seit Jahren mit Mahler beschäftigt – er schuf vor fast 40 Jahren ein Ballett zu dessen 3. Sinfonie, das bis heute zum Repertoire des Hamburg Balletts gehört –, gibt darauf diese Antwort: indem man «dem Ruf der...

akademische rowdys

Von der Straße an die Hochschule? Ganz so groß ist der Sprung nicht, zu dem der Urban Dance gerade ansetzt. Einiges an Infrastruktur haben die Vertreter des urbanen Tanzes schon selbst geschaffen, seit Breaking, B-Boying und Co. vor rund 50 Jahren in New York entstanden: Sie veranstalten Battles vor mehr als 10 000 Zuschauern, unterrichten an Studios allüberall,...