amigas
Vor dem spanischen Klosterbau wiegen sich Palmen. Baumblüten leuchten im grellen
Sonnenlicht. Fast jede Straßenecke in der maroden Altstadt von Havanna hat solch malerischen Reiz. Gegenüber dem restaurierten Convento de Nuestra Señora de Belén befindet sich mitten in Havanna das Tanzzentrum von Lizt Alfonso.
Die in Kuba populäre, durch ihre Gastspiele mit «Fuerza y compás» und «Vida» auch international bekannte Tänzerin und Choreografin und ihr Mann, der Computeringenieur und Kompaniemanager Juan Carlos Coello, haben die frühere Druckerei hinter schattenspendenden Arkarden umgebaut, um derzeit sage und schreibe 1000 Schüler zu unterrichten. Aber nicht heute. An der Calle de Compostela wird gerade auf allen drei Etagen – in den Trainingssälen, in der Schneiderei und im Tonstudio – die neue Produktion «Amigas» geprobt und vorbereitet.
Zehn Jahre ist es her, dass Fidel Castro – damals noch maximo líder – bei Lizt Alfonso anrief. Am Abend zuvor hatte er sie und ihre Frauenkompanie bei einer Gala im Teatro Carlos Marx, einem hässlichen Betonklotz für Theatervorstellungen und Parteitage im Villenviertel Miramar, gesehen. Er soll gefragt haben, was sie denn brauche, um ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Juli 2011
Rubrik: produktionen, Seite 14
von Klaus Witzeling
Boris Charmatz, es gab viel Aufregung um das Festival von Avignon, als Kulturminis-
ter Frédéric Mitterrand entschied, ab 2013 den Theaterregisseur Olivier Py mit der Leitung zu betreuen. Py unterstrich sofort, dass er das Sprechtheater «verteidigen» werde gegen den «bösen» Tanz. Wie sehen Sie als diesjähriger artiste associé das Verhältnis zwischen den...
Martin Schläpfer,Für Ihr neues Ballett benutzen Sie Johannes Brahms’ «Ein deutsches Requiem», eine sakrale Komposition mit Chor und Gesangssolisten. Was hat Sie zu dieser ungewöhnlichen Musikwahl bewogen?
Brahms’ Werk war eine der ersten Schallplatten, die ich mir gekauft habe, in London, als ich an der Royal Ballet School studierte. Es war ein zufälliger Kauf,...
Sie gewannen letztes Jahr den Publikums- und den Kritikerpreis beim Flamencofestival in Jerez de la Frontera für «Reencuentro», eine Hommage an Ihren Lehrer Fernando Belmonte, ebenso für «Leyenda Personal». Dieses Jahr kamen Sie ohne ein Stück, sondern als Lehrer. Warum?
Ich glaube, es gibt diesen Imperativ, dass ein Tänzer sein Wissen an andere weitergeben muss....
