martin schläpfer...
Martin Schläpfer,Für Ihr neues Ballett benutzen Sie Johannes Brahms’ «Ein deutsches Requiem», eine sakrale Komposition mit Chor und Gesangssolisten. Was hat Sie zu dieser ungewöhnlichen Musikwahl bewogen?
Brahms’ Werk war eine der ersten Schallplatten, die ich mir gekauft habe, in London, als ich an der Royal Ballet School studierte. Es war ein zufälliger Kauf, vermutlich von der Gestaltung des Covers beeinflusst. Ich kenne diese Musik sehr gut; bei ihr hatte ich noch nie das Gefühl: Jetzt bin ich satt damit.
Dazu kam die Disposition der Deutschen Oper am Rhein: Das Ballett hat einen Premierentermin am 1. Juli, also im Sommer, und ich will das Haus füllen. Dazu brauche ich eine vom Namen her zugkräftige Produktion. Ich fand es wahnsinnig reizvoll, Brahms’ Requiem zu verwenden, denn ich brauche für diese Premiere etwas mit viel Körper und eine Musik, die man kennt, die sehr im Geist der Menschen verankert ist. Was ich dann damit mache, ist etwas anderes.
Auf der Website des Theaters werden Sie mit folgendem Satz zitiert: «Es ist die Herausforderung einer Musik, die mich zu meinen Balletten zwingt, und nicht eine vorgefasste Idee oder ein Thema.» Brahms’ Komposition ist sicherlich ...
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Tanz Juli 2011
Rubrik: menschen, Seite 22
von Klaus Kieser
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