alexandre achour
hat – unter anderem – an der London Contemporary Dance School studiert. Er könnte demnach richtig und schön tanzen. Oder tanzen lassen. Lieber vertraut er aber auf die Imagination, und zwar die der Zuschauer. Die haben ja ohnehin immer schon alles gesehen, behaupten sie jedenfalls. Sollen sie sich doch ihren eigenen Tanz im Kopf ausmalen. Und wie Achour in «Speaking about the ghost» die Geister wachruft, das ist so klug konzipiert wie fantastisch inszeniert.
Partizipation hatte sich der in Berlin lebende gebürtige Franzose für seine Residenz am Hamburger K3 – Zentrum für Choreographie zum Forschungsthema gewählt. Werke aus einer auf Mitwirkung aufbauenden Performance-Kunst des vergangenen Jahrhunderts nahm er sich zum Gegenstand. Nur: Wie vermittelt man unmittelbar Erlebtes aus der Vergangenheit? Zumal, wenn man selbst nicht dabei gewesen ist.
Ziemlich clever verabschiedet sich der Choreograf von der Überlieferung der kollektiven Erfahrung. Erinnerung ist individuell und subjektiv. Aus überlieferten Dokumenten konstruiert er die eine Perspektive, erfindet eine Geschichte, die er von einer Person entlang ihrer Empfindung der Ereignisse vortragen lässt. Das Publikum sitzt sich ...
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Tanz Jahrbuch 2015
Rubrik: die hoffnungsträger, Seite 156
von Irmela Kästner
Island bringt immer wieder tolle Tänzer hervor – Frank Fannar Pedersen ist einer von ihnen. Nach der Ausbildung in Reykjavík und an der Ballettschule der Finnischen Nationaloper in Helsinki tanzte er bei der Iceland Dance Company, dann bei IT Dansa Barcelona und im Ballett des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden. Als für die Kompanie von Stephan Thoss in Wiesbaden...
Gerade mal zwei Spielzeiten tanzt Ksenia Ryzhkova am Moskauer Stanislawski- und Nemirowitsch-Dantschenko-Musiktheater. Und schon ist sie zur führenden Ballerina der nach dem Bolshoi Ballet zweitgrößten Truppe Moskaus geworden. Zu ihrem Repertoire zählen die klassischen Partien – etwa Odette-Odile im «Schwanensee», Giselle oder Mascha im «Nussknacker». Bereits 2013...
nimmt den Tanz ernst. Er ist bei ihm keine Deko. Kein Kunsthandwerk, geflochten aus attraktiven Körpern. Seine Stücke sind meist heiß, in manchen Momenten kalt, nie lau. Sie überwältigen, sie wüten, sie rocken, aber nicht auf Art einer Unterhaltungsshow. Man spürt Leidenschaft in ihnen, aber in den jüngeren doch auch eine feine, kluge Ironie.
Allemal verzichtet...
