dvd: die flamme von paris
Ein Finale comme il faut. «Ça ira» heißt es am Schluss. Das Corps de ballet baut sich an der Rampe auf, als wolle es mit dem Publikum kurzen Prozess machen: eine spektakuläre Szene aus dem Ballett «Die Flamme von Paris» von Wassili Wainonen, auf die auch Alexei Ratmansky nicht verzichtet. Bemüht, die Eigenart des Moskauer Bolschoi-Balletts für die Zukunft zu erhalten, hat ihr zeitweiliger Direktor gar nicht erst die museale Rekonstruktion versucht.
Seine Fassung fußt zwar auf der seines Vorgängers, setzt dem revolutionären Massengebaren aber eine menschliche Tragödie entgegen. Die Revolution frisst ihre Kinder. Die «Flamme von Paris», die nach ihrer Fernsehausstrahlung im März 2010 nun als DVD erhältlich ist, hat er neu inszeniert. Eine Figur wie Adeline gibt es im Original so nicht. Als Tochter des überheblichen Marquis Costa de Beauregard fällt sie als Erste dem Mob zum Opfer. Dabei schloss sie sich den revolutionären Garden an, wenn auch aus lauter Liebe. Neu gewichtet ist die Rolle der Mireille de Poitiers. Hier wechselt die Hoftänzerin aus Existenzangst die Seiten. Opportunistisch.
Wie bei Wainonen stehen im Mittelpunkt des zweiaktigen Balletts aber Jeanne und Philippe, ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: medien, Seite 56
von Hartmut Regitz
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