No taboos anymore?

Das Saarland will sein einziges Theater abschaffen

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Diagnose: Brustkrebs. Der Arzt reicht seiner Patientin das Skalpell. Operiere dich selbst! So hat der saarländische Kultusminister Jürgen Schreier (CDU) Anfang Dezember das Saarländische Staatstheater in Saarbrücken zur Ampu­tation von – einmalig in Deutschland – einem Viertel seiner Mittel verurteilt. Binnen fünf Jahren sollen die Landeshilfen von derzeit 24,5 Millionen Euro auf 18,5 Millionen sinken, was via Personal­abbau alle Sparten sowie Spielstätten wie Alte Feuerwache und St. Arnual in ihrer Existenz gefährdet. Das Ballett unter Leitung von Marguerite Donlon trüge mit ca.

600 000 Euro den geringsten Anteil und ist damit üblicherweise am meisten gefähr­det. Intendant Kurt Josef Schildknecht konnte bei einer «Infor­mations­­veranstaltung» die resolute Solidarität der Bürgerschaft erleben. Sie forderte in so genannten «Testimo­nolias» eine «neue Demokratie» und protes­tierte gegen den Abbau einer «Stätte kultureller Identität». Die Perspektivlosigkeit des Ministers als Aufsichtsratsvorsitzender des Staatstheaters («Ich darf nicht auf die konkreten Sparmaßnahmen des Theaters einwirken, ich darf sie nur anordnen») wurde als Komplettver­sagen der Politik ausgepfiffen. Der ...

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Tanz Januar 2005
Rubrik: Magazin, Seite 15
von Arnd Wesemann

Vergriffen
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