bielefeld: Gregor Zöllig: «Peer Gynt»
Wie ein Windstoß stürmt Gianni Cuccaro über die Bühne, alle Einwände hinwegfegend: ein Schwadroneur im Norwegerpulli, der sich in seiner Muttersprache in das eigene Luftschloss versteigt. Ihm folgen kann da eigentlich nur die Aase der Alice Baccile, wie der Bielefelder Peer aus Italien stammend. Deutschtümelnd treiben ihn die anderen Ensemblemitglieder des Tanztheaters in die Enge. Doch Peer fühlt sich keineswegs als «Hänschen klein», auch wenn er sich später zeitweise die weite Welt erobert.
Verspottet, rächt sich der Fantast an der prosaischen Gesellschaft, indem er sich an einer schönen Braut vergreift, obwohl ihm ganz offensichtlich die einfache Solvejg viel, viel lieber ist.
All das ereignet sich binnen weniger Minuten auf einer leeren, schwarzen Bühne, die Johann Kaiser kunstvoll ausgeleuchtet hat. Erst beim Hochzeitsfest von Ingrid fallen unzählige Luftballons aus dem Schnürboden, Blütenträumen gleich. Doch Peer lässt sie einfach platzen, kaum dass die erste Leidenschaft vorüber ist: ein Knalleffekt, den Gregor Zöllig insofern choreografisch verinnerlicht, als er Pauline De Laet jedes Mal erschüttert. Zöllig hat überhaupt jede Menge Einfälle und entwickelt «in Zusammenarbeit ...
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Tanz Dezember 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
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Das Ballett beginnt Schwarz in Schwarz. In einem düsteren Salon versammeln sich die Gäste und trauern um Anna Karenina. Das mag der geneigte Ballett-Geher raten oder nicht. Wissen wird er es zum Schluss: wenn sich dieselbe Gesellschaft um die Tote versammelt. Der Anfang ist einer der wenigen Eingriffe Christian Spucks in die chronologische Abfolge der Ereignisse...
