wer
nicht auf Schlittschuh-Pirouetten und Skizirkus steht, hat im Januar schlechte Karten: klirrende Kälte draußen, Post-Neujahrs-Depression drinnen – und sämtliche «Nussknacker»- Tröstungen aufgezehrt. Aber diese Nächte! Sternenklar wölbt sich der Himmel und schaut auf uns Menschenzwerglein herab, gerade so, wie es Arnold Schönbergs «Verklärte Nacht» besingt. Philippe Saire hat das intime Kammerspiel ins Kollektive erweitert (S. 16). Genauso lässt «Choreartium», Léonide Massines vom Bayerischen Staatsballett grandios aufpoliertes Ensemble-Juwel (S.
8), das Gemeinschaftsprinzip leuchten.
Anderswo klinken sich Einzelkämpfer aus dem Kompanieverbund aus – und suchen sich dafür exklusive Verbündete. Zu ihnen gehören Agenturen wie Ardani Artists (S. 20), die sich binnen eines Jahres gleich mehrere internationale Tanz-Hochkaräter unter den Nagel gerissen und die Branche mit einer Art Netrebko-Fieber infiziert haben: Auftritt gegen Höchstgage. Die Stars handeln sich den Vorwurf der Truppen-Sabotage ein und kontern mit dem Recht auf künstlerische Emanzipation. Mal ehrlich: Soll eine Polina Semionova sich verkneifen, was ein Peer Steinbrück bedenkenlos tut – den eigenen Marktwert versilbern? ...
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Tanz Januar 2013
Rubrik: editorial, Seite 1
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Ohne viel Aufhebens hat die Grande Dame des postmodernen Tanzes ihren Rückzug verkündet. Trisha Brown, eine der einflussreichsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts, schließt ihr rund 100 Stücke umfassendes Werkverzeichnis. Eine Sprecherin der Trisha Brown Dance Company erklärte in New York, dass die 76-Jährige gesundheitlich zu angeschlagen sei, um weiter zu...
Laurent Goldring – Medien- und bildender Künstler, bevorzugtes Material: der lebende Körper – wohnt in der Nähe des Pariser Marché Saint-Pierre, eines Kaufhauses für Stoffe aller Art und Preisklassen. Von dort brachte er für die Tänzerin Isabelle Schad einen gefühlten Quadratkilometer Tuch mit, um es in eine Art Behausung zu verwandeln. So setzen sich beide mit...
der Werbe- und Tanzfotograf, hat sich gerade von einem beträchtlichen Teil seiner Werke getrennt. Seine Arbeiten sind Publikumsmagneten: Allein die 2003 in Sankt Petersburg gezeigte Schau «Körperkathedralen» zog damals über 300 000 Besucher an. Elf Bildbände hat Blum bisher mit seinen Aufnahmen bestückt, nun wandern die Originale in die Obhut der Berliner...
