hannover: jo fabian «independent swan»
Wir sehen: das Deutsche. Erst auf Französisch, un, deux, trois, quatre. Drei Trommler unter dem schwarzen Wehrmachtskreuz, das sich auf weißen Bühnenbodenplatten wiederholt, ein Lied, zwo, drei, vier. Wir sehen im Kreuz: deutsche Geschichte von den Kreuzrittern bis zu Kreuzfahrttouristen – das Folgsame, das Gehorsame, das gut Geführte. Schritt vor, Schritt zurück, Schritt zur Seite. Gesten, die grüßen, salutieren, zeigen, Gesten, die Jo Fabian in seinem Vaterlandskomplex sortiert wie Carl von Linné die Arten der Pflanzen: in ein «Alphasystem», wie es Fabian nennt.
Trommeln, die Gesten, zwo, drei, vier, schon haben wir Ordnung auch in der Kameradschaft, die sich – wenn sie einmal nicht zum Takt zu tanzen hat – erzählt, wie sie von einem Leasingvertrag übers Ohr gehauen wurde oder sich die Herkunft der Farbe Rot an der Armbinde erklärt. Weil, was sich nicht erklären lässt, fliegt raus. Da kennt der Deutsche keine Gnade.
Kulturell gesehen kennt der Deutsche Rammstein und «Schwanensee», den Kerstin Rünzel auf Spitze tanzt, in DocMartens, sehr anmutig, ein nicht essbares Federvieh, das von Fahnenstangen durchbohrt wird und blutbespritzt zugrunde geht, wie überhaupt die deutsche Kultur ...
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