trient: Anne Teresa de Keersmaker «en attendant»

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Immer wieder erstaunt Anne Teresa De Keersmaeker damit, wie sie zugleich einen neuen Blick auf ihr Werk findet und doch die klare Linie behält. Nach der Stille in «The Song» kündigte sie an, zu einer Musikform zu wechseln, die so komplex sei, dass man schon von Manierismus sprechen könne, der Ars subtilior. Dann lässt sie in Stille tanzen, in der Stille der Natur. Unterbrochen wird sie von Oboe, Violine und der Sängerin Pauline Renou, die zu Beginn und Ende das Lied «En atendant» anstimmt. Warten auf bessere Zeiten, auf Erlösung, auf die Liebe. Mitte des 14.

Jahrhunderts entstand in Avignon, in Norditalien und auf Zypern eine beinahe höfische Überhöhung der Ars nova, während Pest und Krieg die Grundfesten der Gesellschaft erschütterten. De Keersmaeker empfängt nun das Echo.

Wie in «The Song» brechen die Körper der Tänzer an den Knöcheln. Armschwünge geben den Takt an, die Füße stemmen sich jeder Drehung entgegen. Im Hof des Cloître des Célestins zu Avignon stecken sie in Turnschu­hen, die auf dem Betonboden scharren. Rechts und links je eine knorrige Buche, dazu eine krumme Holzbank für die Musiker. Schwarz gekleidet ­tretten die Tänzer von Rosas auf, wie eine spirituelle ...

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Tanz August 2010
Rubrik: kalender, Seite 70
von Thomas Hahn

Vergriffen
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