biografie

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jean weidt
Einmal mehr stellt dieser Band über den Tänzer und Choreografen Jean Weidt (1904-1988) dessen Leben in den Kontext des 20. Jahrhunderts. Nele Lipp hat die beiden seinerzeit in Ost-Berlin unter Weidts Aufsicht erschienenen Autobiografien als Grundlage benutzt, ist aber über diese hinausgegangen. Sie hat viel verloren geglaubtes Material – Fotos, Filme, Skizzen – aufgefunden, die dem bisherigen Bild interessante Perspektiven beifügen.

Lipp unternimmt eine «restauratorische Nachzeichnung» dieses ungewöhnlichen Mannes und will «Verdecktes sichtbar machen». Das gelingt ihr gelegentlich, wenngleich sie der Gefahr einer Idealisierung nicht immer entgeht. Weidt nimmt eine eigenartige Position in der deutschen Tanzgeschichte ein, und die Gründe dafür sind komplizierter, als Nele Lipp es wahrhaben möchte. Wir haben es nicht mit einem verkannten Genie zu tun, sondern mit dem «roten, tanzenden Arbeiter», dessen Talent bekannt war – genau wie dessen Grenzen. Weidt war bewusst ein politischer Künstler, und dafür hat ihn die deutsche Tanzmoderne mit Ausschluss bestraft. Seine Tragik wird exemplifiziert an der Choreografie «La Cellule», die ihm 1947 die Goldmedaille im ...

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Tanz November 2016
Rubrik: Medien, Seite 61
von Marion Kant

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