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jefta van dinther «protagonist»

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Schon bemerkenswert, wie häufig Nacktheit im zeitgenössischen Tanz neuerdings wieder zum Einsatz kommt! Nachdem etwa die Kanadierin Marie Chouinard ihr Publikum in den 1980er-Jahren mit ihrem nackten (urinierenden, masturbierenden) Körper schockierte, sehen wir derzeit Choreografinnen und Choreografen, die das Mittel der Nacktheit nutzen, um diverse Fragen aufzuwerfen: Wie betrachten wir heute Sexualität und Intimität? Welche Rolle nimmt der analoge Körper in unserer digitalisierten Gesellschaft ein? All diesen Tanzmachern ist gemein, dass sie den unbekleideten Körper als Ausdruck de

r Individualität verstehen und Nacktheit einsetzen, um den modernen Menschen auf seiner beständigen Suche nach Kontakt als Produkt seines sozialen Umfeldes zu enthüllen.

Exemplarisch kann man dieses Verfahren in Jefta van Dinthers neuem Stück «Protagonist» beobachten – einer düsteren Parabel über Verwandtschaften, Wahlverwandtschaften und Bündnisse, aber auch über Isolation und Entfremdung. Vor einem Jahr litt der schwedisch-niederländische Choreograf unter einer akuten Depression und sah sich mit einer Reihe existenzieller Fragen konfrontiert. Paradoxerweise hat sein beachtlicher internationaler ...

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Tanz November 2016
Rubrik: Kalender und Kritik, Seite 49
von Sander Hiskemuller

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