luxemburg: Sasha Waltz: «Orfeo»
Ein schöner Anfang ziert alles, und der ist Sasha Waltz auf denkbar einfache Weise gelungen. Nur eine quadratische Holzwand ist zunächst zu erkennen, geeignet für alle Örtlichkeiten, auf denen der «Orfeo» künftig als Koproduktion noch zu sehen ist. Langsam klappt die Wand um, wird zur selben Zeit zum Podest wie zum Portal, und gleich einer Lichtgestalt erscheint auf der Schwelle des Todes auf einmal die dunkelhäutige Zaratiana Randrianantenaina aus Madagaskar.
Sie ist es, die tanzend immer wieder ein Drama bewegt, das Claudio Monteverdi auf so unvergleichliche Weise musikalisch vermittelt – ausschwingend und dabei stets aufs Neue ein Stück animierend, mit dem sich Sasha Waltz erklärtermaßen von der Opernbühne verabschiedet.
Ihre Inszenierung ist nicht so spektakulär wie seinerzeit die von «Dido & Aeneas». Niemand wird hier gefordert, in ungewohnte Ausdrucksdimensionen einzutauchen. Vielmehr entwickelt sich die «choreografische Oper» ganz organisch und macht keinen grundlegenden Unterschied, ob einer Tänzer ist oder Sänger. Die Übergänge sind fließend, selbst wenn der eine mehr für den instrumentalen Teil des Werkes steht, der andere gestenreich eher seiner Stimme folgt. Mal ...
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Tanz Dezember 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Hartmut Regitz
Nicholas Pettit, parallel zu Ihrer Karriere als Tänzer und Choreograf unterrichten Sie schon seit mehr als 16 Jahren zeitgenössischen Tanz sowohl für Profitänzer als auch für Amateure. Zurzeit geben Sie jeden Montagabend einen Kurs am Lausanner Théâtre Sévelin 36, am Mittwoch jeweils an der École de Théâtre in Martigny, und zweimal pro Jahr sind Sie in Form eines...
bildbiografie_________
jürgen rose
Oft kopiert, nie erreicht: Überall auf der Welt wird John Crankos «Onegin» gezeigt, aber in den seltensten Fällen sieht man ihn im Dekor und in der Kostümierung von Jürgen Rose, der seinerzeit dem Choreografen an die Hand ging. Und deshalb weiß, wie das Ballett eigentlich ausschauen soll. Wenn eine Tatjana wie Alina Cojocaru...
Sie sind natürlich auch an diesem Abend nicht vergessen: die zahllosen jungen Frauen, die sich in mehr als 100 Jahren schon als «Sacre du printemps» zu Tode getanzt haben. Die rasten, taumelten, stürzten, nackt und schweißüberströmt, zarte Menschenkörper, geopfert fürs höhere Ideal. Sie sind die spukhaften Referenz-Leiber in den Köpfen der Zuschauer – gerade weil...
