luzern: oliver dähler, caroline finn «glenn gould – take 1», «sleeping trout»
Es war eine Art «herbstlicher Frieden», den Glenn Gould Zeit seines Lebens in seinen Einspielungen suchte, eine Art Vollkommenheit, deren Vorhof er in der Abgeschirmtheit des Tonstudios fand. Die Stimme vom Tonband, die dem choreographer in residence Oliver Dähler in seinem Stück «Glenn Gould – Take 1» als Auftakt dient, alterniert mit der Aria aus Johann Sebastian Bachs «Goldberg-Variationen», deren erste Noten hier verzögert und wiederholt, wie suchend wiedergegeben werden im Untergeschoss des Stadthauses, der zweiten Spielstätte des Luzerner Theaters.
Gould ist hier sofort und vollkommen anwesend. Nur hängt an der Wand das Bild einer Tastatur, ein Plattenspieler steht im Lichtkegel so da, als ob der Ton ihm zu verdanken wäre. Auch die fünf Tänzer vom Ensemble des Luzerner Theaters, in Hose, Hemd, Strickweste, Mantel, tun zu viel des Guten. Zwar unterstreicht ihr weit ausgreifendes, flüssiges Tanzen Goulds Anschlag, und auch die Stühle, die sie umwerben, tanzen mit. Der Raum aber ist so lang, so schmal und so tief, dass man hier kaum Tanz sehen möchte, würde die Begrenztheit nicht zum Rahmen, der auch Zusammenhalt erzeugt.
Der zweite Teil spielt genau mit diesem Gefühl vom ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Anna Hohler
...hat soeben den «Mouson Award» erhalten. Die alle zwei Jahre verliehene Auszeichnung über 15.000 Euro hatte die Choreografin schon vor der Verleihung für ihr neues Stück «Q61» aufgebraucht, auch wenn es am Frankfurter Künstlerhaus Mousonturm nicht als Uraufführung gezeigt wurde, wie es die Preisstatuten fordern. Ann Van den Broek, die davor mit ihren Stücken «We...
...erhielt den «Grand Prix» des diesjährigen «Tanzolymps» in Berlin, zudem wurde dem 18-Jährigen der erste Preis für hervorragende Leistungen vom Deutschen Berufsverband für Tanzpädagogik zuerkannt. Der in Hawaii geborene Allen kam letzten August von der Kirov Academy of Ballet in Washington an die Stuttgarter John-Cranko-Schule, an der er in der Klasse von Petr...
...ist der Mann der Stunde, Zierde jedes Festivals, der Nenner, auf den sich Macher, Publikum und selbst Kritiker einigen. Fürs Scottish Dance Theatre choreografierte er einen Schnelldurchlauf durch die Evolutionstheorie. «Dog» heißt das Werk, das auf allen vieren beginnt und sich durch sämtliche Arten wühlt, die sich durch Bewegung unterscheiden. Im Darwin’schen...
