golden hours - work/travail/arbeid
Anne Teresa De Keersmaeker liebt den Song «Golden Hours» des britischen Avantgarde-Musikers Brian Eno. Aber sie hat, wie sie unlängst bekannte, auch viel für konventionellere Popmusik übrig. «Popmusik ist in erster Linie Musik, aber wegen ihres Beats zugleich auch Tanz. Meistens wird darüber hinaus noch eine Geschichte mitgeliefert, und außerdem ist Popmusik in der Regel dramatisch. Sie vereint also Aspekte von vier Kunstformen in sich.
» Wahrscheinlich ist diese Vielschichtigkeit auch der Grund, warum Popmusik im Alltag häufig als Hintergrundbeschallung oder akustischer Schlüsselreiz dient. Doch sie kann ebenso gut Gedanken und Themen befördern, die gerade in der Gesellschaft aufkeimen, quasi zur Speerspitze einer Bewegung werden. Wie einige Songs von Brian Eno – der eben nicht nur ein Pionier des Elektro-Pop war, sondern auch einer der ersten, offen schwul auftretenden Popkünstler. Dass das alles keine Selbstverständlichkeit war, hört man «Golden Hours» an: Der Song ist nicht zuletzt ein Ventil für die Ängste und die Verunsicherung, die Eno bisweilen begleitet haben dürften.
«Golden Hours (As you like it)»
De Keersmaeker widmet sich mit «Golden Hours» ebendiesen Themen und dringt ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: produktionen, Seite 8
von Pieter T'Jonck
Die Bühne kreist, und mit ihr das zehnköpfige Ensemble in zwei Uraufführungen – in einer gemeinsamen Vision zwischen Traum und Ideal, die sich im Bühnenraum von Dorit Lievenbrück und in den Kostümen von Jelena Miletic ebenso spiegelt wie in der exzellent gefügten Kompanie.
Titelgemäß ambivalent choreografiert Stephan Thoss «Gefangen im tRaum». Fünf Paare tanzen vor...
leb wohl
fritz höver
war der Einzige, der auf das Video meiner ersten Choreografie – das ich 350-mal verschickt hatte – reagierte und mich einlud, etwas für den Abend «Junge Choreographen» der Noverre-Gesellschaft zu machen. Das war 2001. Ich bin damals direkt nach Stuttgart gezogen. Fritz Höver hat mich am Bühneneingang des Opernhauses abgeholt. Wir haben...
im juni: mats ek_______
Die Elogen stapelten sich nur so, als Mats Ek 2013 nach zwei Jahrzehnten Erzählabstinenz wieder einen Klassiker ins Visier nahm, um ihn gründlich durchzuschütteln. «Julia & Romeo» (tanz 8-9/13) heißt seine Shakespeare-Variation, die mit der Vorlage in bewährter Ek-Manier verfährt und fortführt, was der Schwede seit den 1980er-Jahren...
