tanzt im museum!
Es ist schon in frühester Zeit so gewesen. Überall führen Tanz und uralte Skulptur einen lebendigen Dialog. Da sind die in Stein gemeißelten Abbilder von Tänzerinnen in frühen Hochkulturen, etwa der indischen Devadasis, die bis heute von der Inspiration und Faszination des Tanzes zeugen. Auch bei Émile-Antoine Bourdelle, der vor einem Jahrhundert in Paris die berühmte Barfußtänzerin Isadora Duncan in Hunderten von Zeichnungen und einigen Skulpturen festhielt, kann nur von kultischer Verehrung die Rede sein. Die Tänzerinnen wurden geliebt.
Auch von Auguste Rodin, selbst wenn dieser große Bildhauer keine einzige fertige Skulptur von Isadora Duncan schuf. Aber es gibt Studien, die zeigen, wie sentimental die Beziehung der beiden zueinander war. Isadora Duncan, die erste moderne Tänzerin überhaupt, war der griechischen Antike verfallen, all diesen schlichten weißen, so pur und naturalistisch anmutenden Skulpturen und Reliefs. «Miss Duncan macht den Tanz empfänglich für die Linie, und die ist schlicht wie die Antike, sie ist das Synonym für Schönheit», lautete der Beifall Rodins. Hätte die amerikanische Rebellin nur gewusst, wie knallbunt die antiken Statuen in Wirklichkeit waren, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
2003 war Kazuo Ohno 97 Jahre alt. Er tanzte ein Duett mit seinem Sohn Yoshito Ohno. Es war sein letzter offizieller Auftritt, und es schien, als würde durch den Tanz seine Seele fortfliegen – weit über seinen gebrechlichen Körper hinaus. Er saß im Rollstuhl, doch sobald die eindringliche Violine von Yoko Sato einsetzte, schien Kazuo Ohno zu schweben. Eine...
Man stelle sich vor: Unsere deutsche Telekom veranstaltet in Berlin ein Festival, bei dem Bürgermeister Klaus Wowereit die Worte seines Londoner Amtskollegen Boris Johnson benutzen dürfte: «Tanz ist auf dem Höhepunkt seiner Popularität, durch Popstars, die dafür sorgten, dass alte Tanzschulen wieder coole Tänze lehren, durch Streetdance, der besser ist als alles,...
2010 förderte das Kuratorium des Fonds Darstellende Künste 45 Projekte freier Gruppen mit insgesamt 567.900 Euro. Professionelle Spitzenensembles sollen so bessere Rahmenbedingungen und mehr Planungssicherheit für ihre Profilierung über einen Zeitraum von drei Jahren erhalten. Voraussetzung für die Förderung des Fonds sind Komplementärfinanzierungen durch die...
