braunschweig: Katrín Hall: «aPart»

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Fast am Ende des Stückes, das kein Ende finden will, rauscht ein Wasserfall. In einer Videoprojektion fällt der Sturzbach steil nach oben. Sodann hebt sich der rückwärtige Vorhang, das Ensemble geht hurtig ab, verschwindet in einem Nebelwald. Das ist der einzige Moment, an dem man satt bekannte Klischees aus Island denken darf, tanzende Trolle wie bei Erna Ómarsdóttir oder vulkanischen Bimsstein-Blues wie bei Björk. Dabei leitete die bekannteste Choreografin der Insel, Katrín Hall, 16 Jahre lang bis 2012 die Iceland Dance Company in Reykjavík.

Aber ihre Tanzsprache stammt aus Deutschland. Eine gute Dekade zuvor tanzte sie bei Jochen Ulrichs Kölner Tanz-Forum. Das prägt.

Man darf sogar sagen: Bei Katrín Hall überlebt (sich) das gute alte Tanztheater. Da taugt selbst der blasseste Gedanke als Perle, um auf eine Assoziationskette gezogen zu werden. Hier nun geht es um ihre Bewunderung für die Performance-Künstlerin Marina Abramovic, die sich ausgerechnet 1989 auf der chinesischen Mauer von ihrem langjährigen Lebensgefährten Ulay trennte. Sehr symbolbeladen. Diese legendäre Scheidung der Kunstgeschichte ist auf der Bühne freilich nur zu ahnen, wenn sich Nao Tokuhashi und Tillmann ...

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Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 34
von Arnd Wesemann

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