bern: sebastian matthias «tremor»
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als ob die Energie den Gliedern plötzlich entzogen wird, fallen die Arme schlaff herab.
Die Körper staksen mit steifen Beinen durch den von Farblicht segmentierten und Rhythmen durchpulsten Raum, wie ungelenke Wasservögel, gestört in der physischen Koordination. Ihre Knie knicken ein, sie sacken zu Boden, raffen sich wieder auf. Ein Zucken erfasst das Becken, die Schultern, als ob gegensätzliche Zugkräfte an ihnen rüttelten, sie in Spasmen schüttelten. Erneut brechen die Beine weg, die Körper fallen in den Sitz oder auf die Knie.
Im Trio «Tremor» experimentiert Sebastian Matthias mit Harmonie und Disharmonie im Spannungsfeld von Kräften und Muskeln. Der Berliner Choreograf und Tänzer präsentierte seine konzeptuelle Tanzstudie als Abschlussarbeit seiner Residenz auf Kampnagel (K3 – Zentrum für Choreografie). Er setzt darin ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: kalender, Seite 40
von Klaus Witzeling
Es gibt Schriften, die machen allein deshalb Spaß zu lesen, weil man sehr fasziniert ist von jedem einzelnen Autor, der eine Liebe zum französisch-flandrisch-österreichischen Performancekollektiv Superamas entdeckt hat, sich diese aber schlicht nicht erklären kann. «Dieses schamlose Ausstellen männlicher Stereotypen, diese sexistischen Attitüden» (Elke Van...
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lieber «Tanzplan Deutschland». Vor fünf Jahren gegründet, wird er am 5. Februar mit einer Party in den Berliner Uferstudios verabschiedet. Bei der Geburt, so die Projektleiterin Madeline Ritter, wollte man gern auch ein bisschen in die Zukunft gucken. Hätte damals nur einer gedacht, dass der unscharfe Begriff des zeitgenössischen Tanzes sich fünf Jahre später in...
