gedruckt: superamas
Es gibt Schriften, die machen allein deshalb Spaß zu lesen, weil man sehr fasziniert ist von jedem einzelnen Autor, der eine Liebe zum französisch-flandrisch-österreichischen Performancekollektiv Superamas entdeckt hat, sich diese aber schlicht nicht erklären kann. «Dieses schamlose Ausstellen männlicher Stereotypen, diese sexistischen Attitüden» (Elke Van Campenhout). Oder: «Was sollte ich dazu denn sagen?» (Koen Kwanten).
Irgendwo zwischen einer «magischen» Anziehung und einem natürlichen Fluchtreflex liegt die wahre Faszination (Helmut Ploebst) für eine Gruppe, deren Mitglieder keine Namen haben und wirken wie Abziehbilder aus dem Understatement-Fernsehen für Analphabeten.
So etwas zwingt natürlich zu gewissen Deutungen, etwa: Macht nicht auch Fernsehen durch das restlose Fiktionalisieren von Realiät sogar glücklich (Pieter T’Jonck)? Oder: Wo zum Teufel versteckt sich hier die Kunst (Jeroen Peeters)? Die «BIG»-Trilogie (2002–06) von Superamas ist also perfekt dazu geeignet, dem Schreibtrieb Zucker zu geben, um zum Beispiel anhand von Superamas festzustellen: Medien folgen archaischen Ritualen, das Theater vergoldet sie zu einem intellektuellen Event. Wer diese Superamas aber ...
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Tanz Februar 2011
Rubrik: medien, Seite 57
von Arnd Wesemann
Im blauen Licht driften scheinbar knochen- und schwerelos drei Körper. Die erhobenen Arme werden von einer geheimnisvollen Kraft gehalten. Die Köpfe neigen sich blütensacht. Die Figuren ziehen sich an, gleiten aneinander vorbei und entfernen sich wieder. Beben, Grummeln, Pochen, Summen von automatischen Trommeln. Sie sind platziert zwischen den Zuschauerreihen. Als...
lieber «Tanzplan Deutschland». Vor fünf Jahren gegründet, wird er am 5. Februar mit einer Party in den Berliner Uferstudios verabschiedet. Bei der Geburt, so die Projektleiterin Madeline Ritter, wollte man gern auch ein bisschen in die Zukunft gucken. Hätte damals nur einer gedacht, dass der unscharfe Begriff des zeitgenössischen Tanzes sich fünf Jahre später in...
Die Kinder und Jugendlichen nehmen spontan die Herausforderung an. Sie steigen buchstäblich in den Ring, um sich an William Forsythes «The Fact of Matter» auszuprobieren. Die Installation, etwa 3,5 mal 10 Meter Fläche umfassend, besteht aus zahlreichen Gymnastikringen, die an Bändern befestigt sind und in unterschiedlichem Abstand vom Boden hängen. An den...
