Goyo Montero: «Vasos comunicantes»
Der um zwei Jahre verlängerte Nürnberger Ballettchef ist ein schlauer, drahtiger Spanier, der das Erbe seiner Vorgängerin Daniela Kurz, ihr psychologisierendes Übersetzen von Literatur («Hamlet»), stur durch eigene Shakespeare-Ballette («Desde Otello», «Romeo und Julia») fortsetzt. Durch Vergleichbares paukt er dem Abonnenten die Unterschiede ein. Sie bestehen aus spanischem Zierrat, den der Spross einer Tänzerfamilie schon als Solist in Berlin, Leipzig, Wiesbaden und Brüssel bemühte.
Vor sieben Jahren, auf Spaniens leergefegter Choreografenwiese, bat der Kulturminister den Exilspanier, die besten im Ausland engagierten Tänzer nach San Sebastián zu holen. Montero nannte das Stückwerk «Vasos comunicantes» nach dem gleichnamigen Essay des Surrealisten André Breton. Darin geht es grob um den Austausch leiblicher Energien mit solchen des Unbewussten, um eine legendäre «Sprache jenseits des Logos», wie man sie dem Ballett so gern zuschreibt: Der Körper spreche ohne zu reden. So etwas hätten wir gern gesehen. Kommt aber ein Spanier nach San Sebastián, muss er nur eins: gut aussehen. So tanzten 2003 die besten mit bester Musik, zu Johann Sebastian Bach, brillierten in Soli und Duetten.
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