zürich: jerome robbins «in the night», heinz spoerli «lied von der erde»
Die unbeschwerte Jugend von damals ist in die Metropole gezogen und tanzt paarweise im ballroom des Ritz: Auf den ersten Blick elegant und weltläufig, bekommt Jerome Robbins‘ «In the Night» aber eine melancholische Note, wenn man das kurze Ballett wie ein Nachwort zu seinen «Dances at a Gathering» betrachtet. Sie tanzen zu Musik von Frédéric Chopin, aber zum mondänen Chopin der Pariser Salons, nicht mehr zu ländlichen Mazurken.
Es ist, als hätte Robbins in seinem ureigensten, fließenden Stil das amerikanische Bürgertum der Nachkriegszeit porträtiert; nicht die verlorenen Illusionen eines Arthur Miller oder Ten-nessee Williams, eher eine Fassade der Unnahbarkeit, die sich vor zu großer Emotion in die Formelhaftigkeit des klassischen Tanzes zurückzieht. Diese Art Eleganz steht Heinz Spoerlis Zürcher Ballett perfekt, dennoch wird hier zu akademisch getanzt, ohne verfeinertes Port de bras.
«In the Night» wiederum ist eine Art Ouvertüre zu Spoerlis neuer Arbeit «Lied von der Erde», zu Gustav Mahlers gleichnamiger Symphonie aus sechs Liedern nach alter chinesischer Lyrik. Kenneth MacMillan schuf 1965 die bekannteste unter den wenigen Choreografien zu Mahlers tiefgründiger Komposition. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 48
von Angela Reinhardt
Die schwarze Wand ist dicht mit Kreidezeichen bedeckt. Sätze, Gedichtzeilen, Beschreibungen, kleine Piktogramme, vertikal, horizontal. Doch hier, am schicken Dawes Point in Sydney, mit Blick auf die Walsh Bay, die nicht so berühmte Seite der Stadt ohne das Opernhaus, breiten sich keine Traumpfade der Aborigines aus, hier hat ein aus London immigrierter Katalane für...
«Heimspiel» heißt der nicht mehr ganz so neue Schrei an den deutschen Stadttheatern. Er könnte zu einem Genre werden, allein weil die Kulturstiftung des Bundes ihren Fördertopf so etikettierte. Seit 2006 hat der Topf immerhin 56 Unternehmungen von 38 Stadt- und Staatstheatern unterstützt mit Summen zwischen 25.000 und 50.000 Euro; die letzte Runde wird nun...
...hat sein neues Domizil im ehemaligen Malsaal und der Kaschierwerkstatt der Deutschen Oper Berlin bezogen. Es gibt ein «Foyer de la Danse» in der Anmutung der vergangenen Nutzung mit Bibliothek, Konferenzsaal und Räumen für Pianisten, Choreologen und Gastchoreografen sowie der Geschäftsstelle des Education-Programms «Tanz ist Klasse». Physiotherapie und Sauna...
