Stephanie Thiersch: «Blind questions: I see you me neither»
Sie schlägt den Menschen mit Blindheit, lähmt und beflügelt ihn, ist Höllen- und Himmelsmacht. Die gute alte, ewig junge Liebe. Die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch fühlt sich derzeit reif für die Liebe, macht aber schon im Titel ihres im tanzhaus nrw Düsseldorf uraufgeführten Stücks klar, dass ihre Kompanie mouvoir vor Liebe nicht sonderlich sehend wurde: «blind questions: I see you me neither» – Liebende sehen sich gegenseitig nicht. Dafür dürfen andere ihnen beim Blindsein zuschauen.
«Sie» will Kaffeetassen, «er» ein Wasserbett.
Oops, das ging schnell – schon am Anfang ist die Liebe am Ende. Sie will wieder in ihren alten Bikini passen. Er will den ganzen Planeten, ohne sie darin; ihren Bikini hätte er aber schon gern. Vier Performer – zwei Tänzer, ein Schauspieler, eine Opernsängerin – tanzen an der Bühnenrampe.
Ihre Rosenkriegs-Sätze sind Belustigung fürs Publikum und Statement: Nach ihrer Tanzshow «Cactus Bar» zum Thema «Erotik heute» bleibt Stephanie Thiersch weiter heiter. Liebe und Sex in Michel-Houellebecq-verdorbenen Zeiten sind nun mal eher lächerlich und nur wenig sublim.
Die verbalen Gemeinheiten tröpfeln blasiert heraus. Man kennt das Lamento des Partners ...
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