amsterdam: Johan Inger: «B.R.I.S.A.»
Frischer Wind kann nicht schaden, und davon gibt es im «Programma B» des Nederlands Dans Theater 2 am Ende mehr als genug. «B.R.I.S.A.» nennt Johan Inger seine neueste Choreografie, und wenn der Titel letztlich für Begriffe wie «Behold», «Raw», «Impossibility», «Sings» und «Ahead» stehen mag, weckt er zugleich auch die Vorstellung einer steifen Brise, der sich die Tänzer stellen sollen. Das ehemalige Ensemblemitglied plädiert jedenfalls für einen Umschwung und ermutigt nicht nur die beteiligten Tänzer, das Wagnis eines Wechsels einzugehen. Ein kleiner Schritt genügt.
Wie uns die Erfahrung lehrt, haben selbst die größten Veränderungen bisweilen auf eher beiläufige Weise begonnen.
Ein grauer Flokati bedeckt die Bühne im Theater aan het Spui, und die tippelnden Tänzer hinterlassen darauf ihre geschlurften Spuren. Dass sich darunter jemand verbergen könnte, ist ihnen anfangs nicht bewusst. Entdeckt, erweist sich Imre van Opstal als ein Ferment, das die Szene zum Gären bringt. Immer wieder schert einer aus dem Ensemble aus, riskiert den Alleingang. Und dennoch scheint es lange Zeit, als ob der Ausbruch das Stück keinen einzigen Schritt weiterbrächte; der Gruppe kann man offenbar kaum ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz April 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
newcomer_________
catarina miranda
Ein Fleisch gewordenes Zittern – wörtlich kann man dieses faunische Werk, «RAM MAN / The Quiver made of Flesh», kaum übersetzen. Da zittert das tierische Fell, ein schlafender Widder, der unglücklich träumt. Catarina Miranda, die sich unter dem Fell verbirgt, taucht mit dem Zitat des Tierischen hinab in die drei...
Noch ist die Erinnerung nicht verblasst. Aber die etwas altersschwache und grobkörnige Filmeinblendung am Anfang der Dokumentation lässt ahnen, wie lange das wirklich her ist. Dennoch ermöglicht der kurze Szenenausschnitt, mehrfach wiederholt, einen Eindruck davon, wie das Wunderwerk von Jerome Robbins einmal ausgesehen hat. 1953 wurde «Afternoon of a Faun»...
Ein gefährliches Wort. Als «Master-Macher» mag sich Tadeusz Matacz nicht bezeichnen. Stattdessen verweist er mit einer Geste auf ein Foto auf dem Boden seines Büros, das in dem verwinkelten Schulgebäude noch keinen Platz gefunden hat. «Er machte keine Master», sagt der Direktor der Stuttgarter John-Cranko-Schule, und meint damit Petr Antonovich Pestov. Aber der...
