freiheit wagen!

Tanzkompanien, die Budget- und Planungshoheit haben, lassen sich hierzulande an einer Hand abzählen. Das Bayerische Staatsballett gehört dazu. Unabhängigkeit haben jedoch alle verdient, meint die Münchner Vizedirektorin

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So innovativ das Genre Tanz sich ästhetisch zeigt, so hartnäckig halten sich in seinem Kontext veraltete Strukturen, Hierarchien und Vorurteile. Das hat etwas mit Politik zu tun, aber nicht ausschließlich. Bevor ich die Organisationsform in den Blick nehme, die Ballett- und Tanztheaterkompanien – und beide sind gemeint, auch wenn im Folgenden von «Ballett» die Rede ist – allzu oft in Unselbstständigkeit hält, und beschreibe, wie sich das verändern ließe, möchte ich eine persönliche Beobachtung schildern. Sie betrifft das Institutionelle genauso wie das Image des Tanzes.



Wider Demut und Dankbarkeit

Kürzlich gab es ein großes Interview mit jungen Tänzerinnen und Tänzern in einer überregionalen Tageszeitung – eine halbe Seite lang! Mit Fotos! Da denke ich erst mal: Wow, kommt ja nicht alle Tage vor! Was ich dann lese, lässt mir teilweise den Atem stocken. Besonders der Schlusssatz hat es in sich: Sie habe in der Arbeit mit ihrem Lehrer vor allem Demut und Dankbarkeit gelernt, bekennt eine der Tänzerinnen. Prima, Lektion geglückt, genau das haben Tänzer und Tänzerinnen seit 150 Jahren nicht nur gelernt, sondern zutiefst verinnerlicht! Soll das so weitergehen? Ich möchte nicht, dass ...

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Tanz Mai 2015
Rubrik: ideen: tanz und politik, Seite 64
von Bettina Wagner-Bergelt

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