Russell Maliphant

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Sein Tanzen erinnert an eine Wildkatze, die sich anpirscht: anmutig, konzentriert, aufs Nötige beschränkt – eine perfekte Manifestation von Lebensenergie. Wenn Russell Maliphant auf der Bühne steht, erleben wir einen besonderen Tänzer. Was er auch tut, er nimmt den Zuschauer gefangen; selbst wenn er nur ein simples Plié machte, würde man gebannt staunen ob der Schönheit dieser Aktion. Denn Maliphant hat das, was im Tanz so selten geworden ist: Charisma.

Darin gleicht er Sylvie Guillem, und es scheint kein Zufall zu sein, dass sich diese großen Performer längst gefunden haben und sich in ihrer Kunst regelrecht potenzieren.

Der 48-jährige Kanadier, Absolvent der Royal Ballet School, war Tänzer im Sadler’s Wells Royal Ballet, bevor er ausbrach und mit Vertretern des zeitgenössischen Tanzes in Großbritannien zusammenarbeitete, etwa mit Lloyd Newson, Michael Clark, Laurie Booth und Rosemary Butcher, zugleich sich mit verschiedenen Arten der Körperarbeit beschäftigte, insbesondere Rolfing. Daraus hat sich sein individueller Stil entwickelt, der sich trefflich als Synthese von Ballett und Kontaktimprovisation beschreiben lässt.

Kann man bei Maliphant den Tänzer vom Choreografen trennen? ...

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Tanz Jahrbuch 2010
Rubrik: Die Hoffnungsträger, Seite 134
von Klaus Kieser

Vergriffen
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