Tanzkongress
Bernd Neumann, Beauftragter der Bundesregierung für Kultur und Medien, grüßte live vom Podium. Auf der Bühne umarmten sich Sasha Waltz, als Vertreterin des zeitgenössischen Tanzes in Berlin, und Vladimir Malakhov, Berliner Statthalter der klassischen Tradition. Fast zeitgleich berichtete die ARD darüber in den Nachrichten: Der Tanzkongress 2006 startete mit ungeheurer Schubkraft.
Genau das hatte man sich gewünscht. Man wollte anknüpfen an die legendären Tänzerkongresse des 20.
Jahrhunderts zwischen 1927 und 1930, in denen sich spiegelte, wie populär damals die junge Kunstform des modernen Tanzes war, wie wichtig sie sich nahm und genommen wurde. Damals wurden auch Flügelkämpfe ausgefochten, was die Ästhetik des Tanzes betraf, Mary Wigman gegen Rudolf von Laban und Kurt Jooss, aber fotografieren ließ man sich gemeinsam. Fotografien und programmatische Schriften sind denn auch alles, was geblieben ist von den großen Tänzerkongressen der Weimarer Republik, und der Nimbus, dass hier – trotz aller Gegensätze – die Szene Komplizenschaft gezeigt und für öffentliche Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit gesorgt hat.
So etwas, dachte man sich, wäre auch im neuen Jahrtausend schön und nützlich für ...
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Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, und so mündete auch Livia Patrizis Karriereknick in einen sagenhaften Neustart. 1996 saß die Tänzerin und zweifache Mutter in Weimar fest, während das Ensemble, dem sie bis dato angehörte, gen Basel weiterzog. Die Frage, «wie Menschen teilhaben an Kunst und Gesellschaft», hatte die Neapolitanerin «mit der Muttermilch aufgesogen»....
«Ich werde ein paar Tage in Athen sein, ich habe ein wenig Zeit, lass uns treffen!», sagte ein deutscher Freund, der unsere Hauptstadt nach langer Zeit wieder besuchen wollte.
«Gern», sagte ich, «wo willst Du mich treffen?»
«Lass uns in das Café gehen, in dem wir früher oft waren.»
«Ja, warum nicht», sagte ich, hatte ihn aber unterbrochen.
«Gibt es das noch?», hörte...
Die Tanzszene in Mecklenburg-Vorpommern ist relativ groß, obwohl allein am Staatstheater Schwerin ab der Wende bis 1995 ganze 170 Stellen gestrichen wurden. Mit drei Positionen weniger gegenüber den 18 zu Zeiten von Joachim Ahne 1991/92 kam das Ballett aber eher glimpflich davon. Seit 2004 trainiert es Jens-Peter Urbich und arbeitet mit Gastchoreografen; Dominique...
