alexei ratmansky
Leicht ratlos schaut er in die Runde: «Won‘t work», stellt Alexei Ratmansky trocken fest, obwohl Corps und Solisten des Semperoper Balletts ihr Bestes gegeben haben. Minutenlang haben die Tänzerinnen versucht, sich im Achselklammergriff ihrer Partner Richtung Spiegel schieben zu lassen und dabei über passé retiré das hintere Bein nach vorne zu ziehen. Aber die Spannung, die es dafür in den fast horizontal geneigten Becken braucht, will sich partout nicht einstellen. Statt verbissen zu schleifen, lässt der Choreograf die nächsten Takte von Richard Strauss‘ «Tanzsuite» einspielen.
Noch hat er Wochen Zeit bis zur Premiere, die seine erste Uraufführung in Deutschland ist. Seelenruhig poliert er seine Brille, zieht einen Schokoriegel aus der schwarzen Herrenhandtasche, die er mit sich führt – und vertieft sich so in die Fortsetzung des Schaffensaktes, dass er die gewerkschaftlich verbriefte Pause glatt vergisst. Die Tänzer nehmen es nicht krumm. Die Arbeit mit ihm ist, wie sie sagen, ein erfrischendes Abenteuer. Weil Ratmansky, Ex-Chef des Bolshoi-Balletts und Hauschoreograf des American Ballet Theatre, den Kanon des klassischen Tanzes mit dynamischem Pinselstrich renoviert. Unter den ...
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Tanz Juni 2014
Rubrik: menschen, Seite 22
von Dorion Weickmann
Das Sudetenland wurde 1938 «heim ins Deutsche Reich» geholt, ein Jahr später besetzen deutsche Truppen den Rest der Tschechoslowakei, der Widerstand formiert sich. Bohuslaw Martinů schreibt für den Chor und die Musikkapelle eines Freiwilligenkorps die «Feldmesse», für Männerchor, Baritonsolo, Bläser, Harmonium, Klavier und großes Schlagwerk. Aufschrei,...
Am Jahresanfang war das Zentenar in aller Munde. Kein Feuilleton, keine Nachrichtensendung, kein historischer Blog kam ohne schwergewichtigen Essay über den Ersten Weltkrieg aus. Vom Buchmarkt her erschütterte gar ein mittelschweres Beben die Leselandschaft: Haben wirklich die Deutschen das Katastrophenszenario angezettelt, wie es Fritz Fischers epochale Schrift...
Lera Auerbach, wann kam es zu Ihrer Zusammenarbeit mit John Neumeier? Und wie tauschen Sie sich eigentlich während Ihrer gemeinsamen Arbeit an «Tatjana» aus?
Im September 2007 wurde mein «Russisches Requiem» von den Bremer Philharmonikern und dem Lettischen Staatschor uraufgeführt. John Neumeier und der inzwischen verstorbene Klaus-Peter Seibel, der das Ballett...
