münchen: Terence Kohler: «Helden»
Helden sehen anders aus. Zum Schluss haben denn auch die beiden Titanen das Nachsehen, die sich zwei Akte lang gleichsam in den Haaren liegen. Allein Athena Parthenos triumphiert, während sich ein blau-weiß aufschimmerndes Kabelknäuel wie ein futuristisches Sonnengeflecht auf die Bühne senkt.
Das tut es auch am Anfang, kaum dass das Allegro aus dem «Concerto Grosso Nr. 3» von Alfred Schnittke erklingt und damit eine Musik, die alles andere als Festigkeit signalisiert. Die Töne sind aus dem Lot, und die Klangkonturen scheinen zu verschwimmen.
Das hätte einem «Helden» wie Prometheus eigentlich zu denken geben müssen. Doch Lukás Slavicky tanzt «schön riefenstahl-muskulös», wie Manuel Brug trefflich beschreibt, mit vielen Sprüngen und einer Spannung, als könnten ihm die göttlichen Mächte nichts anhaben. Tatsächlich bringt er den Menschen das Licht. Von LED-Lampen an ihren Armen bestrahlt, scheint es, als trügen sie ein Feuer in ihren Händen.
Erleuchtet sind sie davon allerdings nicht. Immer wieder winden sie sich am Boden. Gäbe es nicht zwischendurch eine Lehrstunde, für die sich rosalie fluoreszierende Segel-Skulpturen hat einfallen lassen, täten sie’s wahrscheinlich noch heute. Viel ...
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Tanz Juni 2013
Rubrik: kalender und kritik, Seite 40
von Hartmut Regitz
In der Volksoper Wien läuft «Ein Sommernachtstraum» von Jorma Elo mit dem Wiener Staatsballett. Das mit dem Benois de la Danse ausgezeichnete Ballett kam 2010 in der Wiener Staatsoper zur Uraufführung. Auch die Kostümbildnerin hätte diesen Tanz-Oscar verdient gehabt: Sandra Woodall ließ sich von der Natur inspirieren, Moose, Flechten, Pilze, Schmetterlingsflügel...
Boris Charmatz, vor ein paar Jahren waren Sie mal Teilzeit-Berliner, weil Gastprofessor am Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz. Wieso sind Sie gegangen?
Mit Berlin verbindet mich eine viel längere Geschichte. Ich war als Kind mit meinen Eltern jeden Sommer hier auf Museumstour. Schon damals fand ich Berlin ein großartiges Pflaster, und dem Ruf ans HZT bin ich...
Er wich der Frage gerne aus, genau wie es Erblasser meistens tun. Am besten ließ man, sagt ein Vertrauter, «so nebenbei beim Abendessen eine Bemerkung fallen nach dem Motto – weißt du, wir haben uns Gedanken gemacht und meinen ….» Worauf Merce Cunningham entweder sagte: «Nein, das sehe ich nicht so.» Oder: «So könnte ich’s mir vorstellen.» Generell war er nicht...
