noste
Völlig losgelöst, scheint sie zu schweben. Befreit von aller Erdenschwere. Etel Röhr tanzt, als wäre sie nicht einfach wie Aphrodite schaumgeboren, sondern gleich einer Nymphe in ihrem ureigensten Element. Dass dem nicht so ist, sondern dass es einer gewaltigen Anstrengung bedarf, die Leichtigkeit des Seins auf diese Weise zu erfahren, kann man sich denken. Sich vorzustellen, wie das geht, fällt einem schwerer. Vor allem en detail.
Allein drei Monate hat Etel Röhr gebraucht, lang genug ins Wasser einzutauchen.
Und noch länger, um in der Tiefe dem Druck so standzuhalten, dass keine dauerhaften Gehörschäden entstehen. Aber solche Mühen nimmt man gern in Kauf, wenn sie die Voraussetzungen zur Verwirklichung eines Traums schaffen.
Wie alle angehenden Tänzerinnen sah sich Etel Röhr, im finnischen Karis aufgewachsen und später an der Tampere Musical Academy wie an der Västra-Nyland Folkhögskolan auf vielfältige Weise ausgebildet, während der Ausbildung insofern mit der Schwerelosigkeit konfrontiert, als allein schon deren Vorstellung einer Bewegung Auftrieb geben kann.
Auftrieb, «Noste», nennt sie denn auch ihren Film von nur wenigen Minuten Dauer, der derzeit vor allem in der Schweiz auf ...
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Tanz Mai 2015
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Hartmut Regitz
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